48. Reinoldus-Langstreckenrennen, 21.06.2008

In seinem erst zweiten Rennen mit dem neuen Zweiliter-Motor holte Ulli Andree im PSR-Volvo S60 nicht nur die Pole-Position in der traditionell hart umkämpften Klasse der Spezial-Tourenwagen und -GT bis zwei Liter Hubraum (SP3). Viel mehr führte der Göteborger Vierzylinder auch das Rennen souverän an.
Das Wochenende rund um den Sommerbeginn am 21. Juni begann für das Adenauer PSR-Team bereits im freien Training am Freitag erfreulich. Im Gegensatz zu den ersten Testfahrten im Rahmen der bisherigen Freitagstrainings vor den jeweiligen VLN-Rennen, die der Diagnose und Beseitigung von Kinderkrankheiten des über den Winter grundlegend umkonstruierten Volvo S60 dienten, sowie dem durch gebrochene Motorlager verursachten Ausfall im letzten Lauf präsentierte sich der schwedische Viertürer nun bereits auf hohem Niveau.
Auf alten Reifen und bei regem Verkehr auf der Kombination aus legendärer Nordschleife und modernem GP-Kurs drehte Stammfahrer Ulli Andree im Volvo S60 eine lockere 9.22 min und deutete bereits jetzt an, was am Samstag möglich sein würde. Zwar begann das morgendliche Qualifikationstraining auf nasser Piste, doch nachdem die Schweizer Gebrüder André und Remo Lips ihre Pflichtrunden gedreht hatten, setzte Andree bei nun weitgehend trockener Bahn zum entscheidenden Schuss auf die Pole-Position der SP3 an.
Mit einer Zeit von 9.16.067 min blieb der Kölner nicht nur lediglich neun Zehntelsekunden über seiner eigenen absoluten Volvo S60-Bestzeit, die er noch mit dem 2,5-Liter-Motor erzielt hatte, sondern sicherte sich auch tatsächlich die SP3-Pole.
"Es hätte noch schneller gehen können. Aber trotz aller Ansprachen in den all-wöchentlichen Fahrerbesprechungen, doch bitte die Flaggensignale der Streckenposten zu beachten, zog ein Porsche GT3 von der Anfahrt Wehrseifen bis zum Wippermann ungestört seine Bahn vor mir her. Langsam frage ich mich, wo ich eigentlich den Antrag darauf stellen muss, dass die blauen Flaggen ab sofort auch für Fahrzeuge aus dem Stuttgarter Raum gelten…", so Andree nach dem Qualifying mit einem Lächeln auf den Lippen.
PSR-Teamchef Danny Berk nahm es ähnlich gelassen und freute sich über die erste echte Duftmarke des "etwas anderen Volvo S60, als man ihn bisher kannte. Zugegebenermaßen sieht unser Schwede von der Silhouette her noch immer so aus, wie all die Jahre zuvor. Aber unser Auto hat eine wirklich umfangreiche OP hinter sich, in deren Zuge ja nicht nur der Fünfzylinder dem jetzigen Aggregat mit vier Töpfen weichen musste. Die Maßnahmen waren so tiefgreifend und aufwendig, dass man eigentlich von einem neuen Fahrzeug reden könnte."
Der fliegende Start zum Rennen verlief für Andree actionreich: "Direkt hinter mir kamen zwei Seat Leon Turbo und ein Honda S2000 angeflogen. Trotz optimalen Starts konnte ich die drei bis zum Haug-Haken nicht halten, mich aber innerhalb von wenigen Kurven wieder an zweien vorbeikämpfen und am Schwedenkreuz den Dritten überholen." Danach fuhr der Kölner im Volvo ein einsames Rennen und erfreute sich bereits nach drei Runden einer Führung von über 20 Sekunden.
Mittel- und Schlusstörn sollten dann die Schweizer Gebrüder Remo und André Lips übernehmen, doch nur wenige Umläufe nachdem Ulli Andree den PSR-Volvo übergeben hatte, stand der schnelle Schwede wieder in der Boxengasse: Ein durch den nun am Steuer sitzenden Schweizer selbst verursachter Getriebe- und Kupplungsschaden legte das Auto lahm. "Das ist umso ärgerlicher, da wir heute echte Siegchancen hatten", raufte sich Teamchef Danny Berk die Haare.
"Ullis Vorstellung im Zweiliter--Volvo hat allen im Team einen Ruck gegeben und hat alle Mühen, die wir zuletzt auf uns genommen haben, mehr als gerechtfertigt. Und wir wissen nun, was mit dem 'alten' Volvo noch möglich ist. Wir blicken daher gemeinsam nach vorne und werden alles dafür tun, in 14 Tagen nahtlos an die heutige tolle Leistung anzuschließen."
-Volvo -
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