31.10.2011: Alles neigt sich irgendwann dem Ende – auch die Motorsportsaison 2011. Die endete für Küchenchef und Rennfahrer Axel Duffner (Hornberg) im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft
Alles neigt sich irgendwann dem Ende – auch die Motorsportsaison 2011. Die endete für Küchenchef und Rennfahrer Axel Duffner (Hornberg) im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) am vergangenen Wochenende.
Auf dem von Götz Motorsport eingesetzten Audi RS4 hatte Duffner noch einmal richtig Spaß und zeigte sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung auf der gut 25 Kilometer langen Rennstrecke in der Eifel.
Ohne „goldenes Herbstwetter“ gingen am Samstag mehr als 160 Protagonisten in das letzte offizielle Zeittraining der VLN-Saison 2011. Unter ihnen auch Axel Duffner, der mit seinen Teamkollegen Christian Kohlhaas (Andernach) und Patrik Kaiser (Liechtenstein) noch einmal angreifen und die Konkurrenz in Schach halten wollte.
Duffner ging als letzter in das auf 1,5h angesetzte Training und hatte, im Vergleich zu seinen Teamgefährten, zunächst freie Fahrt. „Ich hatte ein gutes Gefühl für die Runde, was die Uhr bestätigte. Doch nach etwas mehr als der Hälfte lief ich auf einen Pulk kleinerer Fahrzeuge auf, der schon im Training heftigst kämpfte.
Um den Wagen nicht zu beschädigen, nahm ich Gas raus und wartete auf eine ungefährliche Gelegenheit, die Kampfgruppe zu überholen. Damit war die gute Zeit natürlich futsch“, so Duffner nach dem Training. Sein Kollege Kohlhaas erwischte eine freie Runde mit guten Streckenverhältnissen und konnte den Wagen auf Startplatz 45 von insgesamt 160 Autos positionieren.
Reifen bauen ab
Axel Duffner hatte die Freude, den Start fahren zu dürfen: „Auf der langen Rennstrecke durch die Eifel ist der Start einer der wenigen Momente, wo man Rad an Rad kämpfen und sich direkt mit dem Wettbewerb messen kann. Im Laufe der vier Stunden zieht sich das Feld auseinander und es bilden sich nur selten Gruppen gleichstarker Fahrzeuge. Für uns Fahrer ist der Start immer aufregend und spannend.“
Duffner machte seine Sache mehr als gut, hielt sich aus dem typischen Startgerangel raus, wählte eine clevere Linie und konnte auf Anhieb einige Plätze gut machen. Mit reichlich Druck nach vorne lieferte sich Duffner während der ersten Runden mehr als einen sehenswerten Kampf mit seiner Konkurrenz.
Duffner: „Am Anfang hat der Audi es mir extrem leicht gemacht mit dem Wettbewerb Schritt zu halten und immer weiter vor zu fahren. Der Wagen war erstklassig vorbereitet – so wie ich es von Götz Motorsport gewohnt bin. Lediglich bei dem montierten Reifensatz hatte ich ausgesprochenes Pech: Nach drei Runden begannen die Pneus bereits abzubauen. Der Wagen begann in alle Richtungen zu rutschen und zu schieben. Ich hatte alle Hände voll zu tun, die fast 500PS zu bändigen, den Anschluss zu halten und mich nicht überholen zu lassen.“
Zu allem Überfluss löste sich ein Stecker der Funkverbindung, auf die moderne Rennfahrer angewiesen sind. „Plötzlich hatte ich keinen Funkkontakt mehr, den ich aber dringend brauchte, um technische Informationen von der Box zu erhalten.
Also habe ich mit einer Hand versucht den Steckkontakt wieder zusammen zu bringen, während ich mit der anderen Hand lenkte. Gleichzeitig hatte ich die Konkurrenz im Nacken und schwächere Autos vor mir, die zur Überrundung anstanden. Kurzum: Ich hatte sprichwörtlich alle Hände voll zu tun.“
Das Reifenproblem blieb dem Hornberger Küchenchef bis zum Ende seines Stint erhalten und wurde von Runde zu Runde schlimmer. Nach sieben Runden steuerte Duffner die Box an, um den Wagen an Patrik Kaiser zu übergeben.
„In Anbetracht der Reifensituation war ich froh, den Stint hinter mich gebracht zu haben – andererseits war ich traurig, dass es so schnell vorbei war“, erklärte Duffner nach dem Rennen. Kaiser führte die gute Arbeit von Duffner weiter fort, erwischte einen guten Satz Reifen und gewann das teaminterne Duell um die schnellste Rundenzeit.
Christian Kohlhaas hingegen hatte ähnliches Pech wie Duffner: Auch seine Reifen ließen Haftungswünsche offen und eine Runde vor Rennende mussten die Pneus sogar getauscht werden. Dennoch schafften es die drei mit Herz und Verstand von Startplatz 45 auf den Endrang 26 vorzufahren – von mehr als 160 gestarteten Autos.
Duffners Resümee der zurückliegenden Saison: „Ich hatte ein paar mal Pech, weil wir über Kleinigkeiten technischer Probleme stolperten – die meiste Zeit jedoch konnten wir gute Rennen fahren und noch bessere Positionen erkämpfen.
Eine gut Saison mit einigen Tiefen aber deutlich mehr Höhen liegt hinter mir. Danke an Götz Motorsport für das gute Auto, die tolle Unterstützung und eine erstklassige Mannschaft. Und: Danke an meine Mitstreiter Patrik Kaiser und Christian Kohlhaas, ohne die ich die Saison nicht so erfolgreich abgeschlossen hätte.“
Was Duffner im kommenden Jahr im Bereich Motorsport anstellt, steht derzeit noch nicht fest. Im Familienbetrieb, dem „Hotel zur schönen Aussicht“ steht ein Generationswechsel an. „Ich muss erst sehen, was auf mich zukommt, wie viel Zeit mir bleibt und wie schnell ich mich in meiner neuen Rolle zurecht finde. Dann kann ich Motorsportpläne schmieden – es ist schließlich mein Hobby und die Verantwortung gegenüber meiner Familie und den Angestellten hat definitiv Priorität.“ Uwe Meuren-- auch Photo
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