Team Peeters Racing - Gutes Rennen in bester Saison
31.10.2011: Am vergangenen Samstag startete das Griesheimer Team Peeters Racing ins letzte Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Für das Team galt es, die Serie guter
Am vergangenen Samstag startete das Griesheimer Team Peeters Racing ins letzte Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN). Für das Team galt es, die Serie guter Resultate fortzusetzen, um so die beste Saison der Teamgeschichte zu beschließen.
Mit 12 Teilnehmern war die Klasse der seriennahen Fahrzeuge bis 2,5 Liter Hubraum (V4) beim letzten Lauf der 2011er Saison stark besetzt. Bastian Pinkert (Wetzlar), Marc Peeters und Martin Müller (beide Griesheim) wurden im offiziellen Zeittraining immer wieder aufgehalten: Schon nach wenigen Minuten nach Eröffnung der Trainingssitzung gab es auf der Nürburgring Nordschleife jede Menge Unfälle, die das schnelle Trio auf ihrem BMW 325i immer wieder einbremsten.
Peeters drehte zwei Runden, bei denen er durch die zu passierenden Unfallstellen fast bis zum Stillstand eingebremst wurde, Bastian Pinkert haderte zum einen mit dem Setup, zum anderen bekam er bei der langsamen Durchfahrt einer Unfallstelle einen überflüssigen Rammstoß.
Allein Martin Müller hatte etwas bessere Bedingungen: In seiner ersten Trainingsrunde legte er mit einer Zeit von 10:01 Minuten den Grundstein zum späteren Erfolg – seine beiden anderen Runden wurden ebenfalls durch Trümmerfelder, Ölspuren und Unfallstellen eingebremst. Die von Müller eingefahrene Zeit reichte für den fünften Startplatz, womit alle zufrieden waren.
Vor, zurück, vor, zurück, vor
Die Pause zwischen Training und Rennen nutzte die Mechaniker-Crew, um letzte Feinheiten am Setup zu ändern, um so den Anforderungen der Nordschleife noch besser gerecht zu werden. Der Trainingsschnellste, Martin Müller, saß als erster hinterm Lenkrand des BMW und übernahm den Start und die ersten acht Runden des 10. Laufs der VLN.
Müller erwischte einen guten Start, konnte sofort zwei Positionen gut machen und bog auf Platz drei auf die Nordschleife ein. Seine Jagd nach den Führenden der Klasse wurde von einem eigentlich technisch überlegenen Konkurrenten einer höheren Klasse eingebremst. Müller fand keinen Weg daran vorbei, zumal auch der Wettbewerber sein Plus an Motorleistung auf den Geraden immer wieder ausspielte. Mit dem Mut der Verzweiflung bremste sich Müller an dem Wettbewerber vorbei und konnte nun frei nach vorne fahren.
Die Spitzengruppe war indes uneinholbar davon gefahren und Müller fuhr sein Rennen bis zur neunten Runde, als er den Wagen an Bastian Pinkert übergab. Beim Boxenstopp gab es mehr als das übliche Gerangel, denn die direkte Klassenkonkurrenz „parkte“ den BMW von Peeters so zu, dass es für Pinkert unmöglich war, schnell auf die Piste zurückzufahren. Dadurch verlor das Team zwei Plätze und der Junior des Teams ging auf Rang fünf ins Rennen. Pinkert lieferte nicht nur eine fehlerfreie Fahrt ab, sondern konnte sich wieder auf Platz drei der Klasse vor fahren.
Lediglich durch den Ausfall der Funkverbindung erhielt Pinkerts Fahrt Brisanz: Er konnte keine Informationen zum anstehenden Boxenstopp empfangen und drehte munter seine Runden, bis die Kraftstoffanzeige erheblichen Mangel meldete. Ab dann begann das große Zittern und Schwitzen bei Fahrer und Team: Pinkert hatte fast eine Runde zurückzulegen und keiner wusste, ob die Kraftstoffreserven bis zur Box reichten. Mit Halbgas und zurückhaltendem Fahrstil erreichte er in Runde 18 die Box und übergab den Wagen auf Rang drei liegend an Marc Peeters.
Während des Stopps wurde der BMW von Peeters durch einen direkten Klassen-Konkurrenten überholt und rutschte somit auf Rang vier. Peeters setzte alles dran, die alte Rangordnung wieder herzustellen und Fortuna hatte ein Einsehen: Ein Konkurrent aus dem Führungstrio schied aus und Peeters rutschte dadurch auf den dritten Platz nach vorne.
Das Team fuhr ein gutes Rennen in seiner bisher besten Saison. Übrigens: Bei keinem der Boxenstopps wechselte das Team die Reifen – die von Yokohama gelieferten Pneus überstanden die vier Stunden Renndistanz problemlos und boten bis zu Ende ausreichend Grip für schnelle Runden.
Stimmen nach dem Rennen
Annette Peeters, Teamchefin
„Toll, was unsere Fahrer heute geleistet haben und am Ende auf den dritten Rang gefahren sind. Das gesamte Team hat wieder einen erstklassigen Job gemacht, der dritte Platz bestätigt unsere gute Gesamtleistung. Einzig die Situation in der Boxengasse ist für mich unbefriedigend, denn das „Einparken“ durch die Konkurrenz war Absicht. Die Saison 2011 war die Beste, die wir in zehn Jahren Motorsport hatten. Gerade mit unserem Nachwuchstalent Bastian Pinkert haben wir einen guten Griff getan. Was wir in der kommenden Saison machen, steht noch nicht fest. Mein Dank gilt in erster Linie allen freiwilligen Helfern, die uns vor, während und nach den Rennen unterstützen. Im Namen des gesamten Teams danke ich den Sponsoren für ihre Unterstützung. Und: Mein dank geht an Yokohama, die uns erstklassige Reifen zur Verfügung stellen und einen tollen Support liefern.“
Marc Peeters, Fahrer
„Ein tolles Rennen, auch wenn die Konkurrenz nicht immer fair mit uns umging. Das Auto war super vorbereitet, die Jungs haben gut gearbeitet und ich hatte bis zum Schluss richtig viel Spaß. Dass wir am Ende auf den dritten Platz gerutscht sind, ist mehr als gerecht und verdient: Andernfalls hätten wir die Position in der Box verloren.“
Bastian Pinkert, Fahrer
„Im Training hatte ich kein Vertrauen ins Auto, weil das Setup nicht gepasst hat. Im Rennen lief der BMW erstklassig und ich konnte die Konkurrenten unter Druck setzen und überholen. Lediglich die Kraftstoffsache hat mir reichlich Angst bereitet, unterwegs stehen zu bleiben. Diesmal war das Glück mit uns. Danke an Peeters für eine tolle Saison.“
Martin Müller, Fahrer
„Ich hatte einen super Start und konnte dennoch keinen Druck auf die Führenden ausüben: Der Wettbewerber aus der anderen, eigentlich stärkeren Klasse, hatte offenbar keine Streckenkenntnisse und hat mich so immer wieder eingebremst. Ärgerlich. Als ich dann vorbei war, konnte ich frei fahren und hatte viel Spaß mit einem Klassengegner, mit dem ich extrem hart und extrem fair gekämpft habe. Wie immer hatte ich reichlich Spaß mit dem Team und dem Auto.“
Uwe Meuren - auch Photo
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