
Zufriedenstellend verlief das Debüt des Luxemburgers David Hauser mit seinem Team „Racing Experience" beim ersten Rennwochenende am 11. und 12. August 2007 im ATS Formel 3 Cup auf der niederländischen Strecke in Assen.
"Was wir uns vorgenommen hatten, haben wir geschafft", so der 17-Jährige aus Wormeldingen. Und weiter: „Es ging ein schönes Stück besser wie erwartet. Ich denke, wir können zufrieden sein!"
Vor ca. 40.000 Fans auf dem 4,555 Kilometer langen TT Circuit Assen war der Schüler auch von der Motorleistung mit seinen über 200 PS beeindruckt. „Es gibt schon einen großen Unterschied zur Formel Renault. Bremsen und Fahrverhalten sind anders, aber man gewöhnt sich schnell daran."
Im Freien Training am Freitag ging es vor allem darum das neue Mygale-Chassis auf die Strecke abzustimmen. Teamchef Christian Hauser erklärte: „Wir haben vorher ca. 200 Testkilometer mit dem Auto absolviert und primäres Ziel war es, dass sich der Fahrer an das Auto und Strecke gewöhnt und das das Team mit dem Auto arbeitet."
Ernst wurde es dann am Freitagnachmittag. Bei den zwei Qualifying-Session ging es um die jeweilige Startposition für die beiden getrennt gewerteten Rennen über je 25 Minuten. Und David Hauser kam ganz gut zurecht. „Es war zwar nicht einfach, doch wir tasten uns immer weiter ran." Dabei kam ihm auch zugute, dass er die Strecke auf Anhieb gut fand: „Der Kurs ist anspruchsvoll mit allen Details, die eine gute Strecke haben sollte. Es macht wirklich Spaß hier zu fahren…!"
Und das bemerkte man auch. Im hochklassigen Starterfeld mit vielen erfahrenen Piloten, die schon weitaus öfters im Cockpit des Formel 3-Monoposto sassen, kam Hauser gut zurecht und stand zum Schluß auf den Startplätzen 15 und 14.
Sein allererstes Formel 3-Rennen fuhr der Youngster dann am Samstag. Mit einem gutem Start hatte er aber das Problem, dass er schnell zwischen zwei Kontrahenten eingeklemmt war. Vorne und hinten war er blockiert und musste zurück stecken. Dabei verlor er einen Platz. Im Laufe des Rennens jedoch fuhr er immer weiter vor und konnte zwei Positionen zurück gewinnen.
Mit Platz 14 lag er absolut im Soll und beeindruckte Vater und Teamchef Christian Hauser, der selber früher in der Formel 3000 fuhr: „Wir tasten uns immer weiter ran. Wir wollen soviel wie möglich Kilometer sammeln und das ist uns als erstes Teilziel gelungen. Wenn wir das zweite Rennen auch so gut hinter uns bringen, werden wir ca. 300 Kilometer absolviert haben und viele Daten sammeln können."
Und auch der 12. Lauf des ATS Formel 3 Cup im Rahmen der „Rizla Race Days" verlief zufriedenstellend. Dabei war es ein problematischer Beginn. „Ich habe leider meinen Opel-Motor abgewürgt. Gottseidank sprang er sofort wieder an, doch natürlich war ich letzter!"
Im Gegensatz zur Formel Renault 1.6 ist das Drehmoment und der Grip anders und das wurde ihm zum Verhängnis. „Ich habe es schon gemerkt und wollte mehr Gas geben, doch da war es schon zu spät…!"
Doch David Hauser zeigte sein kämpferisches Potenzial und demonstrierte, wie motiviert er war. Vom allerletzten Platz hetzte er dem Feld hinterher und startete eine kleine Aufholjagd, die ihn bis zum Schluß des Rennens auf Platz 14 brachte. Dazu fuhr er sogar in der allerletzten Runde seine beste Zeit des gesamten Wochenendes. Ebenfalls ein Indiz, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Und so plant man im Team von „Racing Experience" bereits mit dem nächsten Einsatz. „Wir haben schon nach dem Rennen überlegt, ob wir in drei Wochen erneut in Assen an den Start gehen können", so Teamchef Christian Hauser. „Momentan ist es noch nicht klar, aber es wäre ein Vorteil, da wir nun die Strecke kennen und die Daten haben. Sollte es nicht regnen, wäre das ein enormer Vorteil." Vom 30. August bis 02. September 2007 startet der ATS Formel 3 Cup erneut in Assen, dann im Rahmen der des ChampCar Grand Prix.
Einen Dank richtete Christian Hauser zum Schluß noch an die Formel 3-Organisation. „Alle waren sehr bemüht, uns zu helfen. Zu Beginn ist es für ein neues Team nicht immer leicht, aber wir wurden hervorragend aufgenommen. Und zum Niveau der Meisterschaft befragt: „Ich denke, dass hier extrem starke Fahrer am Start sind, von denen in den nächsten Jahren noch zu hören sein wird. Wir stehen aber erst am Anfang und haben noch fast alles vor uns…".
- Ralph Monschauer - auch Photos