Konstantin Keil übernimmt Führung im ADAC Rallye Junior Cup

ADAC Rallye Masters 2008
Nach einem spannenden Sekundenkampf gewannen Frank Richert / Matthias Prillwitz im Ford Escort Cosworth wie im Vorjahr die ADAC Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land (02.-03.05.2008). Für das Berliner Duo wurde nach 16 Wertungsprüfungen (129,4 km) eine Gesamtfahrzeit von 1:28:01,0 Stunden auf der Zielrampe notiert. Der zweimalige Niederländische Rallye-Meister Jan Nijhof lag zusammen mit Co Bart Hissink im Toyota Celica GT-Four knappe 18,9 Sekunden zurück.
Trotz massiver Probleme im Antriebsstrang auf der letzten WP retteten Carsten Alexy / Karlheinz Knaus (Rothenburg / Östringen) im Audi S2 quattro ihren dritten Gesamtrang ins Ziel. Eine sensationelle Vorstellung bot der amtierende ADAC Rallye Junior Cup-Champion Mathias Kuhnert aus Lahstedt. Gemeinsam mit seinem Warsteiner Co Jens Söbke fuhr er im Feld der 114 Starter mit dem kleinen Citroën C2R2 auf den vierten Platz.
In der Masters-Wertung schob sich Kuhnert mit 55 Zählern auf Rang zwei hinter Richert, der mit 116 Punkten seinen Vorsprung weiter ausbauen konnte. Mit Rang zwei in der Division 4 belegen Dirk Klemund / Thomas Schöpf (54 Punkte) im Subaru Impreza nun den dritten Zwischenrang nach vier von acht Vorläufen zu den ADAC Rallye Masters. Im ADAC Rallye Junior Cup eroberte Konstantin Keil (BMW 120d, Niestetal) die Führung vor den beiden Suzuki Swift Piloten Manuel Kößler (Füssen) und Thomas Leipold (Tiefenbach).
Schon die Auftakt-Prüfung zeigte, dass es für Frank Richert nicht einfach werden würde, den Vorjahreserfolg zu wiederholen. Den Wimpernschlag von 0,1 Sekunden hinter Richert überquerte Nijhof die Ziellinie. Der zweimalige Sulingen-Sieger Armin Holz war derweil nach einem Ausritt im VW Golf Kit-Car schon ins Nirwana der Ergebnislisten abgetaucht. Axel de Fries (Mitsubishi Lancer) folgte dem Spitzenduo in Schlagdistanz, musste nach einem Defekt an der Hinterachse aber aufgeben.

Das IVG-Gelände, ein ehemaliges Militär- Depot, zählt zu den wirklich anspruchsvollen Prüfungen in Deutschland. „Kurve an Kurve; und diesmal auch extrem rutschig," lautete die respektvolle Kurzbeschreibung vieler Teams. Nijhof leistete sich dort zwei Dreher und rutschte 34 Sekunden zurück. Sekunde für Sekunde robbte er sich wieder an Richert heran, der bekannte, „ich freue mich schon auf die Nachmittagsprüfungen mit dem hohen Schotteranteil".
Über 20 Sekunden war der Berliner auf der ersten dieser Prüfungen schneller als Nijhof, der über fehlende Motorleistung klagte. Aber auch nach der Reparatur kam der Niederländer im ex-WM-Auto von vierfach-Weltmeister Juha Kankkunen nicht mehr richtig an Richert heran. Der beschränkte sich darauf, seinen Vorsprung bis ins Ziel kontrolliert zu verteidigen.
Mit den Plätzen fünf bis sieben in der ersten WP machten Kuhnert, Matthias Homuth (Salzkotten, Opel Kadett GSI) und Olaf Müller (Ahlden, BMW 320is) schon sehr früh klar, dass sie ganz vorne mitmischen wollten. Das Spitzentrio aus der Division 5 machte den Leistungsnachteil ihrer Fahrzeuge durch eine beeindruckende Fahrweise wett. Kuhnert übernahm die Führungsarbeit, fuhr bis auf Platz vier nach vorn und verteidigte dieses tolle Resultat auch auf den Schotteretappen gegen die heranstürmenden PS-Protze. Homuth wurde durch einen Motorschaden und Müller durch ein Getriebeproblem gestoppt.

Die Division 2 für bärenstarke Boliden mit nur einer angetriebenen Achse ging erstmals an das schleswig-holsteinische Duo Timo Grätsch / Alexandra Gawlick (Handewitt) im BMW M3. Nach mehreren Führungswechseln setzten sie sich gegen ihren niederländischen Markenkollegen Dick Bloemendaal und die beiden Volvo-Piloten Gerben Brouwer und Gerad Hofhuis durch.
Bei den ADAC Junioren gab es zwei tragische Helden. Auftaktsieger Felix Herbold (München) lag als Führender im Suzuki Rallye Cup auf dem 14. Gesamtrang, als er nach einem Ausritt aufgeben musste. Der Junior-Sieg in der Division 6 ging somit an Thomas Leipold (Schlüchtern) in einem weiteren Suzuki Swift. Der Saarländer Patrick Anglade (Losheim) lag als Leader des HJS Diesel Masters sogar auf dem 12. Gesamtrang, als er mit einer defekten Antriebswelle am Opel Astra ausrollte.
Die vollen Junior-Punkte in der Diesel-Division gingen erneut an Konstantin Keil (Niestetal), der damit im geliehenen BMW 120d auch die Führung in der Zwischenwertung übernahm. Manuel Kößler (Füssen, Suzuki Swift), der erneut in der Division 6 Zweiter wurde und Thomas Leipold folgen auf den Plätzen.

Stimmen im Ziel
Frank Richert (Berlin, Ford Escort Cosworth, Division 1) 1. Platz „Ich möchte nicht wissen, wie das ausgegangen wäre, wenn da nicht auch etwas Schotter dabei gewesen wäre. Es war zudem ein Wechselbad der Gefühle mit den sich immer ändernden Abständen. Es ist eine tolle Rallye und am schönsten ist es, wieder mit einem Gesamtsieg nach Hause zu fahren."
Jan Nijhof (Goor/NL, Toyota Celica GT-Four, Division 1) 2. Platz „Schade, wir haben die meisten Prüfungen gewonnen und sind doch nicht Sieger. Dennoch: eine wunderschöne Rallye, wir kommen immer gerne hierher."
Carsten Alexy (Rotenbug, Audi S2 Quattro, Division 1) 3. Platz „In der letzten WP gab es einen Schaden an der Vorderachse und wir sind dann im fünften Gang und lediglich mit Heckantrieb ins Ziel gerollt. Der dritte Platz wie im Vorjahr war unser Wunschziel - und den haben wir erreicht."
Timo Grätsch (Handewitt, BMW M3, Division 2) 5. Platz „Super!, Toll!, ein geniales Ergebnis. Wir haben den ganzen Tag so hart gekämpft und es hat tatsächlich auch geklappt."
Kai-Dieter Kölle (Grube i.H., Porsche 911 Carrera, Division 2) 10. Platz „Auf der zweiten Prüfung ist ohne Vorwarnung unsere Differentialsperre ausgefallen. Ich musste erst lernen, wie sich ein Porsche ohne Sperre fährt, vor allem auf Schotter war das extrem ungewohnt. Die Top-Ten waren unser Ziel, dass es jetzt trotz des Handicaps noch funktioniert hat, macht das Ergebnis noch wertvoller."
ADAC Rallye Masters 2008: Stand nach vier von acht Vorläufen:
1 Richert/Prillwitz Ford Escort Cosworth 1 116
2 Kuhnert/Söbke Citroën C2R2 5 55
3 Klemund/Schöpf Subaru Impreza 4 54
4 Werner/Edelmann Porsche 911 GT3 2 51
4 Grätsch/Gawlick BMW M3 2 51
6 Imhoff/Walker VW Golf Kit-Car 3 42
7 Alexy/Knaus Audi S2 quattro 1 39
8 Wecker, Josef Opel Astra GTC-Diesel 7 35
9 Corazza/Windisch Mitsubishi Lancer 4 30
9 Gaßner/Thannhäuser Mitsubishi Lancer 4 30
9 Kößler/Haner Suzuki Swift Sport 6 30

ADAC Rallye Junior Cup 2008: Stand nach zwei von sieben Läufen
1 Konstantin Keil BMW 120d 40
2 Manuel Kößler Suzuki Swift Sport 30
3 Thomas Leipold Suzuki Swift Sport 23
4 Felix Herbold Suzuki Swift Sport 20
5 Tobias Enderlein Suzuki Swift Sport 18
5 Florian Plöchinger Suzuki Swift Sport 18
ADAC Pegasus Mobil Rallye Sulinger Land 2008
Endstand nach 16 Wertungsprüfungen (129,4 Kilometern) Gesamtwertung
1. Frank Richert/Matthias Prillwitz (Berlin), Ford Escort Cosworth, Div. 1 1:28:01,0 Stunden.
2. Jan Nijhof/Bart Hissing (Niederlande), Toyota Celica GT4, Div. 1 + 0:18,9 Minuten
3. Carsten Alexy/Karlheinz Knaus (Rothenburg a.d.Fulda/Östringen),Audi S2 Quattro, Div. 1 + 4:35,0 Minuten.
4. Mathias Kuhnert/Jens Söbke (Lahstedt/Warstein), Citroën C2R2, Div. 5 + 6:09,6 Minuten.
5. Timo Grätsch/Alexandra Gawlick (Handewitt), BMW M3, Div. 2 + 6:51,2 Minuten.
6. Dick Bloemendaal/Arjan Wissing (Niederlande), BMW Compact M3, Div. 2 + 7:20,2 Minuten.
7. Marcel van Laarhoven/Geert Grooten (Niederlande), Ford Escort Cosworth, Div. 1 + 7:20,3 Minuten.
8. Gerben Brouwer/Simone Smedes (Niederlande), Volvo S60 Turbo, Div. 2 + 7:22,1 Minuten.
9. Gerad Hofhuis/Wim Hofhuis (Niederlande), Volvo 850 T5R, Div. 2 + 7:26,5 Minuten.
10. Kai-Dieter Kölle/Matthias Mäding (Grube i.H./Holzdorf), Porsche 911 Carrera, Div. 2 + 7:50,5 Minuten.
ADAC Rallye Junior Cup
Division 6
1. Thomas Leipold/Lena-Linda Kaufmann (Schlüchtern/Sterbfritz), Suzuki Swift Sport, 1:38:22,1 Stunden.
2. Manuel Kößler/Heidrun Haner (Füssen/Bad Aibling), Suzuki Swift Sport, 1:38:41,2 Stunden.
3. Florian Plöchinger/Michael Bretzner (Tiefenbach/Deggendorf). Suzuki Swift Sport, 1:39:37,4 Stunden.
Division 7 (Diesel)
1. Konstantin Keil/Bernd Hosse (Niestetal/Witzenhausen). BMW 120d, 1:40:22,9 Stunden.

Mit über 3 000 Veranstaltungen im Jahr nimmt der ADAC im deutschen Motorsport die Pole-Position ein. Die Palette von Europas größtem Automobilclub (über 16 Millionen Mitglieder) reicht dabei vom Kart Masters bis zur Rallye-WM, und vom Mini Bike-Rennen bis zum Motorrad Grand Prix.
Zu den wesentlichen Zielen der ADAC Rallye Masters gehören unter anderem, die Basis des Rallyesports nachhaltig zu stärken, dabei Talente und Rallye- Interessierte an den Sport heranzuführen, die Anzahl der Starter bei den Rallyes zu steigern und damit mittelfristig das gesamte Niveau des Rallyesports in Deutschland zu verbessern. Die Rallye Masters werden vom ADAC in München veranstaltet und organisiert.
Weitere Informationen und das Reglement in Deutsch und Englisch finden sie unter www.adac.de/motorsport
Die Termine zu den ADAC Rallye Masters 2008:
Vorläufe
29.2./01.3.08 ADAC Saar-Pfalz Rallye, St. Wendel
28./29.03.08 ADAC Wikinger Rallye, Schleswig
11./12.04.08 45. ADMV Rallye Erzgebirge, Stollberg
02./03.05.08 ADAC Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land, Sulingen
30./31.05.08 ADAC Litermont-Rallye, Nalbach
20./21.06.08 ADAC Rallye Stemweder Berg, Stemwede
05./06.09.08 ADAC Ostsee-Rallye, Oldenburg in Holstein
26./27.09.08 ADAC Rallye Niedersachsen, Osterode
Endläufe
24./25.10.08 ADAC 3-Städte-Rallye, Kirchham
08./09.11.08 ADAC Rallye Atlantis/Schleswig-Holstein, Kaltenkirchen
ADAC Rallye Junior Cup
Vorläufe
11./12.04.08 45. ADMV Rallye Erzgebirge, Stollberg
02./03.05.08 ADAC Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land, Sulingen
30./31.05.08 ADAC Litermont-Rallye, Nalbach
20./21.06.08 ADAC Rallye Stemweder Berg, Stemwede
05./06.09.08 ADAC Ostsee-Rallye, Oldenburg in Holstein
26./27.09.08 ADAC Rallye Niedersachsen, Osterode
Endlauf
24./25.10.08 ADAC 3-Städte-Rallye, Kirchham
- Jürgen Hahn, ADAC - auch Photos
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