Tageslicht aus, Scheinwerfer an: Im ersten Nachtrennen der Saison rückt die Meisterschaftsspitze des Renault New Clio Cup näher zusammen. Sebastian Grunert sammelt durch seinen Sieg in der Motorsport Arena Oschersleben kräftig Punkte. Kristian Nägele verkleinert durch seinen zweiten Platz den Abstand zu Tabellenführer Mike Verschuur, der den dritten Platz belegt.
Nach dem ersten Nachtrennen im Renault New Clio Cup in der Magdeburger Börde, dem 18. Saisonlauf, ist an der Meisterschaftsspitze noch alles offen. „Es hat riesig Spaß gemacht und war eine echte Herausforderung", schwärmte der erstplatzierte Sebastian Grunert.
Das Nachtrennen ist – ebenso wie der Pflichtstopp - Teil des Konzeptes, das Renault MotorSport in dieser Saison aufgestellt hat. Und der Rennsportkrimi in der Motorsport Arena Oschersleben, das bei Einbruch der Dunkelheit gestartet wurde, war so ganz nach dem Geschmack des Race-4-fun-Piloten. „Wenngleich ich teilweise überhaupt nichts sehen konnte. Es war total schwierig, überhaupt die Linie zu erkennen," so der von Rang vier gestartete Grunert. Mit diesem Gefühl fand er sich in bester Gesellschaft. Während Grunert jedoch bereits auf Erfahrungen als „Nachtfahrer" beim 24-Stunden-Rennen sammeln konnte, stand für den Lauderbach-Fahrer Kristian Nägele Premiere im Mondschein an - die er gekonnt meisterte, um am Ende vor Mike Verschuur auf dem Podium zu stehen.
Der Pole-Pilot zeigte zunächst kräftig Flagge gegen seine drängelnden Hintermänner. Allen voran attackierte Lokalmatador Michael Schulze, der am Ende auf den vierten Platz zurück fiel. Doch gegen den Druck Grunerts hatte Nägele später nichts mehr entgegenzusetzen „Sebastian war einfach schneller. Ich hatte keine Chance und wollte nichts riskieren", erklärte Nägele. Also habe er ihn ziehen lassen. „Das gute daran: ich konnte mich an Grunerts Rücklichtern orientieren." Zudem sei ihm zuvor noch ein Kontrahent in die Quere gekommen, der sich verbremst hatte. „Ich wurde am Heck getroffen und mein Vorsprung war wieder weg", bedauerte er.
Auch Mike Verschuur, der sich von Platz fünf vorgearbeitet hatte, musste seinen Vordermann ziehen lassen – bereits beim Boxenstopp. Grunert fuhr gleich zu Beginn des Rennens zur Pflichtpause an die Box, ebenso der Niederländer. Beim Herausfahren hatte der Race-4-fun-Pilot wiederum die Nase vorn und konnte noch etwas Zeit gut machen.
„Ich bin zwar schon in der Nacht Rennen gefahren, aber man muss sich wahnsinnig konzentrieren, um die Strecke zu fokussieren", so der niederländische Clio-Meister. Er führt die deutsche Meisterschaftstabelle jetzt noch mit 13 Punkten Vorsprung vor Kristian Nägele an, der mit 269 Zählern auf Rang zwei steht. Michael Schulzes Abstand auf den Meisterschaftsführenden: 71 Punkte. Theoretisch hat er ebenso noch Chancen auf den Titel wie Sebastian Grunert und Christian Ott. Der TKS-Pilot fuhr im ersten Wochenendlauf auf den fünften Platz vor Dennis Nägele. Auf Rang sieben beendete Elmar Jurek das Rennen.
Pech für Christian Bebion und Mario Kossmehl: Sie gerieten bereits beim Start aneinander und mussten das Rennen als Zuschauer verfolgen. Carolina Czapka, einzige Frau im Feld, belegte den elften Platz. Und: Bis auf 8/100 Sekunden brachte Maik Utsch den Boxenstopp auf den Punkt.
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