Als erster über die Ziellinie aber dennoch nur Platz 2.

Es war ein Einstieg nach Maß. Mit zwei Podiumsplatzierungen wirbelte der eidgenössische „Bleifuss" das Feld beim HAIGO ADAC Tourenwagen Cup in Most schwer durcheinander und hinterließ einen blendenden Eindruck.
Regenrennen hatte der hoch motivierte Wahlschweizer in dieser Saison wahrlich zu genüge, und so zeigte Petrus an diesem Wochenende, dass es auch andere Extreme gibt. Mit einer Lufttemperatur von über 34°C und einer Asphalttemperatur von über 56°C wurde das Rennen zu einer echten Hitzeschlacht, bei der Mensch und Maschine bis an Limit gefordert wurden.
Der vom Vater-Sohn Gespann Lubner vorbereitet Bolide aus Rüsselsheim wurde zu diesem Zweck mit einem speziellen Setup versehen, um sich so einen kleinen Vorteil in Sachen Reifenverschleiß zu erarbeiten. Man spricht im Motorsport nicht umsonst vom „schwarzen Gold", denn über die Performance der Reifen werden letztlich Rennen entschieden.
Mit einer lupenreinen Vorstellungen, einer Paradefahrt wie aus dem Motorsportlehrbuch, dominierte Symanzick beim ersten Samstagslauf und schaffte das Unglaubliche; den ersten Gesamtsieg des Jahres und dies gegen Fahrzeuge aus dem Hause Porsche, die leistungsmäßig in einer anderen Liga spielen. „Auf dem berühmten „Stockerl" ganz oben zu stehen, war das, wovon ich schon immer geträumt habe und worauf ich akribisch hin gearbeitet habe. Es war ein Moment voller Emotionen; ein absolutes Highlight mit Suchtfaktor", so ein strahlender Symanzick.
Während sich Symanzick jedoch noch über den Sieg freute ereilte das Team Lubner Motorsport schon die Hiobsbotschaft von Seiten der Rennleitung; Zeitstrafe aufgrund eines Überholmanövers unter gelben Flaggen. Symanzick, der ausreichend Erfahrung aus der Langstrecke, den 24h Rennen und Sprintrennen mitbringt, intervenierte bei der Rennleitung, da er sicher war, einen solchen Fehler nicht begangen zu haben. Da man weder Videobeweise noch andere Beweismittel vorlegen konnte, einigte sich Symanzick nach zahlreichen Diskussionen mit der Rennleitung darauf, um einen Platz zurückgesetzt zu werden..
Eine umstrittene Entscheidung am grünen Tisch, die Symanzick nach einem solchen Rennen sicher nicht verdient hat. Nebenbei sei erwähnt, dass das Opfer übereifriger Motorsport-Bürokraten auch noch die zweitschnellste Rennrunde fuhr!
Sonntag startete der fliegende Schweizer dann aus der zweiten Startreihe und lies abermals fahrerische Qualitäten aufblitzen. Zwar hatte er mit nachlassenden Bremsen zu kämpfen, konnte den führenden Porsche aber dennoch auf der letzten Rille überholen und ging in der 3. Runde in Führung.
Die enorme Temperatur machte jedoch den Bremsen mit zunehmender Renndauer zu schaffen. In der vorletzten Runde fiel die Bremse dann völlig aus was zur Folge hatte, dass Symanzick eine wilde Rallye Einlage im Kiesbett absolvierte, was die Führung kostete. Trotzt fehlendem Bremsdruck versuchte der Opel Pilot erneut, an den inzwischen wieder in Führung liegenden Porsche anzuschließen.

Ohne Bremse den zweiten Platz zu verteidigen war eine weitere „Meisterprüfung" die mit Erfolg absolviert wurde. Somit konnte Ralf Symanzick an diesem Jagdwochenende eine wirklich „fette" Beute machen.
Im Fahrerlager merkt man sich den Namen Symanzick schon einmal für den nächsten Lauf, denn wenn der Opel im Rückspiegel auftaucht weiß man, dass man sich auf einen gandenlosen Fight einstellen muss.
- Thorsten Willems - auch Photos
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