Ralf Symanzick (CH) erreichte mit Platz 2 in Most den persönlichen Saisonhöhepunkt mit einer herausragenden fahrerischen Leistung.

So langsam etabliert sich Ralf Symanzick, Stammfahrer des von Lubner-Opel Astra OPC, immer mehr im Spitzenfeld der Tourenwagenpiloten. Getragen ist diese Entwicklung von Symanzicks zunehmender Routine und technischem Entwicklungssinn. Eigenschaften, die einen guten Rennfahrer auszeichnen und für schnelle Rundenzeiten sorgen.
Vom 11.-13.05.2007 trat die Mannschaft um Heiner Lubner beim ADAC-Tourenwagen-Cup im Motopark Oschersleben an. Aufgrund der Gaststartregel wurde der wunderschön aufgebaute Opel Astra in die nächst höhere Klasse eingestuft, so dass sich Ralf mit einer deutlich ps-stärkeren Konkurrenz bekämpfen musste. Mit nur 20 Minuten war das Qualifying sehr knapp bemessen und so geschah es, dass Symanzick keine freie Runde erwischte und permanent im Verkehr stecken blieb. Mehr als Startplatz 6 war somit nicht möglich.
Monsunartige Regenfälle sorgten vor dem ersten Lauf dann zu einem „Reifenpoker". Beim Team Lubner entschied man sich, aufgrund der nassen Ideallinie, für Regenreifen; … leider die falsche Wahl. Über die Distanz hatte Ralf Symanzick, gegenüber den Slickbereiften Fahrzeuge, keine Chance, aber der sechsten Platz konnte verteidigt werden, was eine beachtliche Leistung war.
„Das Grip-Niveau mit den Regenreifen war gleich null und ich habe wohl jede noch so kleine Pfütze gesucht, damit die Reifen die Renndistanz überleben. Mit der Reifenwahl lagen wir völlig daneben, aber so ist das im Motorsport nun mal…" so ein sichtlich enttäuschter Symanzick, der sich weitaus mehr versprochen hatte.

Passend zum zweiten Lauf stimmte dann jedoch die Reifenwahl. Symanzick, der ein lupenreines Rennen fuhr, kämpfte Gegner für Gegner nieder und zeigte mit sauberen Ausbremsmanövern, zu welcher Leistung er im Stande ist. Lohn der Aufholjagd war ein guter aber undankbarer 4. Platz. Trotzdem gab es nach dem Rennen eine deutliche Kampfansage für den Lauf zum Divinol Cup in Most.
So trafen sich vom 25.-27.06 die Dinvinol Cup Piloten im tschechischen Most. Symanzick nutze sämtliche Trainingssitzungen zur Erarbeitung eines Rennsetups. Gleichzeitig wurden diverse Mischungen von Reifenpartner Yokohama getestet. so dass man bestens für das Rennen vorbereitet war.
Da man gleich an die Zeiten des Frühjahrstest anschließen konnte, ging man selbstsicher und bestens vorbereitet in die Veranstaltung. Für das erste Zeittraining vertraute Symanzick dann doch wieder auf „seine" Michelin Pneus und katapultierte den Lubner Astra auf P6, mit Schlagdistanz zur Spitze.
In der Startaufstellung zum Rennen wechselte dann schlagartig das Wetter und Symanzick befand sich in der gleichen Situation, wie zuvor in Oschersleben. Diesmal orderte er Regen-Pneus und forderte die Lubner Truppe auf, noch in der Startaufstellung die Reifen zu wechseln. Dieser Wechsel dauerte lediglich 65 Sekunden, eine Rekordleistung der Truppe rund um Heiner und Mirko Lubner. Und diesmal sollte die Reifenwahl richtig sein. Da die Strecke regelrecht unter Wasser stand, mussten die Teilnehmer zum ersten Lauf erst einmal sechs Runden hinter dem Safety-Car her fahren, bevor das Rennen dann gestartet wurde.
Ralf bekam die Order, sich bei diesen schwierigen Bedingungen aus allen Kämpfen heraus zu halten, denn die Schwierigkeit bestand bei den Wassermengen darin, den Boliden auf der Strecke zu halten.
Dies gelang Symanzick souverän und mehr noch; er attackierte die tschechischen Hausherren in ihren Skodas Runde um Runde und erreichte letztendlich einen ausgezeichneten 3. Platz. Unter den Umständen eine absolute Meisterleistung des Wahlschweizers.
Zum zweiten Lauf am Sonntag wurde die Truppe um das Vater-Sohn Gespann Heiner und Mirko Lubner dann wieder gefordert. Ursprünglich wollte man, wie alle anderen Teams auch, auf Regenreifen starten. Bei der Anfahrt in die Startaufstellung funkte Ralf Symanzick jedoch durch, dass er auf Slicks starten möchte. Erneut wechselte die Lubner Truppe innerhalb kürzester Zeit die Reifen und bestückte den OPC Astra mit super weichen Slicks. Wie bereits am Samstag eine absolut richtige Entscheidung dank der Erfahrungen aus dem vorherigen Lauf aus Oschersleben.

Vom Start weg fuhr Symanzick am Limit, aber stets kontrolliert und mit der richtigen Portion Aggression. Zahlreiche Zweikämpfe zeigten, dass sich die vielen Tests und Rennsimulationen ausgezahlt hatten, denn die Überholmanöver waren alle „erste Sahne". Lohn dieser harten Arbeit war dann ein sensationeller 2. Platz, was ein absolutes Highlight in Symanzicks Karriere darstellt. Somit konnte man nicht nur wertvolle Punkte für die Meisterschaft sammeln sondern zeigte auch, dass in absehbarer Zeit mit dem ersten Klassensieg zu rechnen sein wird.
- Thorsten Willems, SWS Motorsport-
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