
Bei fast südländischen Temperaturen und einem wolkenfreien Himmel gastierte der Divinol Tourenwagencup vom 13.-15. April im badischen Hockenheim.
Ralf Symanzick, der sich im Lubner Astra bereits vor 14 Tagen in Most hervorragend auf die neue Saison vorbereitet hatte, ging mit entsprechend professioneller Einstellung auf die Piste und entwickelte im freien Training ein optimales Setup für das Rennen. Wie auch beim Test im tschechischen Most spulte der bärenstarke Astra während der Trainingssitzungen seine Runden ohne Probleme ab und Symanzick konnte schnell an die Top Zeiten der Spitze anschließen.
„Wir haben den Wagen über den Winter stark modifiziert; neben einer verbesserten Aerodynamik konnten wir den Schwerpunkt nochmals absenken und eine neue Vorderachskonstruktion nach WTCC Stand 2006 verbauen. Ralf konnte diese Modifikationen auf der Strecke alle umsetzen und hervorragende Zeiten fahren", so Teamchef Mirko Lubner nach dem freien Training.
Für das Zeittraining wurde der Wagen dann noch mal gründlich gecheckt und man schickte den Wahlschweizer mit einer ganz geringen Menge Benzin an Bord auf seine fliegende Runde, denn man erwartete den Astra unter den Top 4 in der Klasse.
Aber dann kam alles ganz anders. Als hätte der Pannenteufel nur darauf gewartet, bis es um die besagte Wurst ging. Gleich im ersten Zeittraining riss beim Lubner-Astra die Antriebswelle ab. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch keiner, dass es an diesem Wochenende noch schlimmer kommen sollte. Vorerst musste der sympathische Schweizer das erste Rennen lediglich vom 8. Startplatz aus in Angriff nehmen. Die Truppe um Mirko Lubner setzte den Wagen pünktlich zum zweiten Zeittraining wieder instand und Symanzick umrundete die Strecke gleich in einer Fabelzeit und stellte den Wagen auf P4 für den zweiten Lauf, wobei der Abstand zur Spitze weniger als eine halbe Sekunde betrug, was die Leistungsdichte und das hohe Niveau der Serie wieder spiegelt.
Hochkonzentriert und mit fester Absicht auf´s „Stockerl" zu fahren, zeigte Symanzick vom Start weg seine fahrerische Klasse
und konnte auch mit kalten Pneus Top Rundenzeiten in den Asphalt brennen. Dabei schaffte er es, den in der ersten Runden auf der Stecke liegenden Kernschrott aus havarierten Fahrzeugen und Trümmern zu umfahren. Trotz des Chaos auf der Strecke ließen sich in den ersten Runden schon fabelhafte Rundenzeit aus dem Ex Kissling Astra quetschten und so war bereits nach zwei Runden Platz 5 erobert.
Doch dann nahm das Drama seinen Lauf: eingangs der legendären Sachs Kurve vermeldete Symanzick per Funk „seltsame Motorgeräusche und mangelnde Leistung". Am Kommandostand von Lubner Motorsport kam sofort ein ungutes Gefühl auf. Beim Boxenstopp bestätigte sich sofort die Vermutung; Motorschaden und fehlende Kompression auf dem 4. Zylinder.
Damit war für Symanzick und Lubner Motorsport das Wochenende gelaufen. „Wir werden den Motor jetzt Teil für Teil untersuchen, um zu analysieren, was die Ursache für den Platzer war. In den 120 Testrunden in Most hatten wir nicht einmal einen Zündaussetzer und auch jetzt im Training lief das Aggregat völlig problemlos", so ein völlig frustrierter Mirko Lubner, der jedoch die Leistungen von Ralf Symanzick hoch anrechnete:
„Ralf trifft hier keine Schuld und er hat ein fehlerfreies Wochenende mit super Rundenzeiten gezeigt. Somit haben wir zumindest die Gewissheit, dass sich unsere Test- und Entwicklungsarbeit ausgezahlt hat und wir wissen jetzt, dass Ralf ganz vorne mitfahren kann."
Symanzick trat bereits kurze Zeit nach dem Ausfall die Heimreise in die Schweiz an und musste seine Enttäuschung erst einmal beim Krafttraining rauslassen. „Meine Rundenzeiten und die Tatsache, dass die Hauptkonkurrenten ebenfalls Probleme hatten, haben mich kurzzeitig sogar von einem Klassensieg träumen lassen…
Stattdessen gab es eine Nullrunde. Aber die Jungens können sich warm anziehen; beim nächsten Lauf werde ich noch eins drauf setzen; denn jetzt muss ein Sieg her", so ein Ralf Symanzick, der mental schon bei seinem nächsten Rennen ist, welches vom 12-13. Mai in Oschersleben im Rahmen der Beru Top Ten stattfindet.
Weitere Infos unter www.sws-motorsport.org
- Thorsten Willems - auch Photo