
- Platz zwei für Prémat/Rockenfeller in Barcelona
- Gerissener Keilriemen bringt Capello/McNish um Siegchance
- Audi Sport Team Joest punktet mit beiden Audi R10 TDI
Weniger als 24 Stunden nach dem Sieg in St. Petersburg hat Audi mit seinem Diesel-Sportwagen R10 TDI ein weiteres Podiumsergebnis erzielt: Die beiden Audi Youngster Alexandre Prémat (26) und Mike Rockenfeller (24) beendeten das 1000-Kilometer-Rennen in Barcelona (Spanien) beim Debüt des Audi Sport Team Joest in der europäischen Le Mans-Serie nach einer fehlerfreien Fahrt auf dem zweiten Gesamtrang.
Bei frühlingshaftem Wetter erlebten die Zuschauer am Circuit de Catalunya am Stadtrand von Barcelona vor allem in der Anfangsphase des Rennens packende Duelle zwischen den schnellsten Sportwagen der Welt. Allan McNish konnte am Start mit seinem Audi R10 TDI einen der beiden aus der ersten Reihe gestarteten Peugeot 908 ausbeschleunigen und nach einer Stunde die Führung übernehmen.
Diese verteidigte der Schotte bis kurz vor Ende der zweiten Stunde, ehe er wegen eines Reifenschadens hinten links und eines gerissenen Keilriemens zweimal kurz hintereinander außerplanmäßig an die Box kommen musste. McNish und sein Teamkollege Dindo Capello verloren insgesamt sechs Runden und fielen auf Rang 18 zurück. In den verbliebenen vier Stunden kämpften sie sich im 47 Fahrzeuge umfassenden Feld noch auf Platz fünf nach vorne und ergatterten vier wertvolle Punkte für die Fahrerwertung.

Der Audi R10 TDI von Alexandre Prémat und Mike Rockenfeller lief während der gesamten Distanz ohne die geringsten technischen Probleme. Die beiden Youngster waren vom sechsten Startplatz ins Rennen gegangen und arbeiteten sich kontinuierlich nach vorne, ohne unnötige Risiken im dichten Verkehr einzugehen.
Dank konstanter Rundenzeiten und guter Boxenstopps des Audi Sport Team Joest lagen sie zeitweise sogar in Führung. Im Ziel mussten sie sich lediglich dem Peugeot 908 von Marc Gené und Nicolas Minassian geschlagen geben.
Das nächste Rennen der Le Mans-Serie findet bereits in drei Wochen am 27. April in Monza (Italien) statt.
Stimmen nach dem Rennen in Barcelona
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef): "Platz zwei beim ersten Rennen in einer neuen Rennserie ist im Prinzip kein schlechter Einstand. Leider fehlten uns aber an diesem Wochenende der Speed und auch die notwendige Zuverlässigkeit. Man hat heute gesehen, dass man auch bei einem 1000-Kilometer-Rennen absolut fehlerfrei bleiben muss.
Daran werden wir weiter arbeiten. Besonders positiv ist für mich das Ergebnis unserer beiden Youngster Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat, die heute alles richtig gemacht und im dichten Verkehr den Überblick behalten haben. Dass Dindo Capello und Allan McNish die Siegchance durch ein technisches Problem verloren haben, ist ärgerlich."

Alexandre Prémat (Audi R10 TDI #2): "Ich bin mit meinem ersten Rennen in der LMS sehr zufrieden. Es war ja mein erstes Langstrecken-Rennen überhaupt. Und das mit dem Audi R10 TDI gleich auf Platz zwei zu beenden, ist ein schöner Erfolg. Es war hier nicht einfach für uns.
Wir mussten viel lernen, und das auf einer anspruchsvollen Strecke. Vor allem der viele Verkehr war ungewohnt für mich. Ich bin glücklich, dass ,Rocky' und ich acht Punkte geholt haben. Ich möchte Audi und Joest für die tolle Arbeit an diesem Wochenende danken."
Mike Rockenfeller (Audi R10 TDI #2): "Vom Ergebnis her sind Alex (Prémat) und ich mit dem zweiten Platz zufrieden. Wir waren heute nicht schnell genug, um aus eigener Kraft besser dazustehen. Wichtig war für uns, ins Ziel zu kommen. Es war das erste Langstrecken-Rennen für Alex, er hat einen super Job gemacht.
Darauf können wir aufbauen. Wir gehen in das nächste Rennen in Monza mit mehr Selbstvertrauen und mehr Sicherheit. Ich glaube, dass wir da noch schneller sein werden. Aber es ist wie immer: Man muss in einer Meisterschaft nicht jedes Rennen gewinnen, sondern jedes Rennen gut punkten. Und das ist uns heute gelungen."
Dindo Capello (Audi R10 TDI #1): "Ein kleines technisches Problem hat uns zurückgeworfen und uns das Rennen gekostet. Ich bin seit 14 Jahren bei Audi Sport und bin sicher, dass sie auf die Probleme, die wir hier in Barcelona und in Sebring hatten, reagieren werden.
Audi ist bekannt für seine Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Ich weiß, dass jeder zuhause in Deutschland ab morgen hart daran arbeiten wird, dass wir unsere Ziele wieder erreichen. Ich bin sicher, dass wir in Monza wieder um den Sieg kämpfen werden."

Allan McNish (Audi R10 TDI #1): "Um überhaupt eine Siegchance zu haben, mussten wir von Anfang an attackieren. Ich konnte mir den zweiten Platz am Start schnappen. Während einer Safety-Car-Phase hat das Team unglaublich gut gearbeitet und mich so am führenden Peugeot vorbeigebracht. Ich war in der Lage, das Rennen zu kontrollieren, bekam dann aber leider einen Reifenschaden hinten links, der von unserem Reifendruck-Warnsystem sofort angezeigt wurde.
Etwa zehn Runden später riss der Keilriemen der Lichtmaschine. Das hat uns sechs Runden gekostet und uns um alle Chancen gebracht. Trotzdem konnten wir uns in den verbliebenen vier Stunden noch auf Platz fünf nach vorne kämpfen. Wir sind im Augenblick nicht schnell genug und haben auch etwas Probleme mit der Zuverlässigkeit. Wir müssen vor dem nächsten Rennen hart arbeiten."
Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest): "Ich freue mich unheimlich für Alex und ,Rocky'. Alex hat nun endlich Rennkilometer im Sportwagen bekommen und dabei eine unheimlich tolle Arbeit abgeliefert. Er war gut unterwegs, er hat nichts falsch gemacht und viel gelernt. ,Rocky' war auch gut. Die Jungs kommen, davon bin ich überzeugt.
Das Einser-Auto hat mich am Anfang begeistert: Allan (McNish) ist weltmeisterlich gefahren. Das mit dem Lichtmaschinen-Riemen war schade. So etwas sollte nicht passieren. Wir müssen die Ursache untersuchen, denn der Defekt hat das Rennen von Allan und Dindo (Capello) zerstört. Noch auf Platz fünf nach vorne zu fahren, ist eine schöne Leistung. Ob es gegen Peugeot zum Sieg gereicht hätte, ist schwer zu sagen. Aber es wäre auf jeden Fall eng geworden."
Das Ergebnis in Barcelona
1. Gené/Minassian (Peugeot) 215 Runden in 5:59.30,812 Std.
2. Prémat/Rockenfeller (Audi R10 TDI) - 1 Rd.
3. Mücke/Charouz (Lola-Aston Martin) - 3 Rd.
4. Boullion/Collard (Pescarolo-Judd) - 5 Rd.
5. Capello/McNish (Audi R10 TDI) - 6 Rd.
6. van Merksteijn/Verstappen (Porsche) - 7 Rd.
7. Primat/Tinseau (Pescarolo-Judd) - 7 Rd.
8. Pompidou/Belicchi/Zacchia (Lola-Judd) - 8 Rd.
9. Elgaard/Nielsen (Porsche) - 11 Rd.
10. Barbosa/Ickx/Short (Pescarolo-Judd) - 11 Rd.
- Audi Motorsport - auch Photos
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