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Hartes Rennen für Andreas Wirth in Surfer's Paradise

Hartes Rennen für Andreas Wirth in Surfer's Paradise

16.11.2006: Hartes Rennen für Andreas Wirth in Surfer's Paradise

Letzter Lauf der Saison der Champ Car World Series:

Nach seinem imposanten Debüt im australischen Surfer’s Paradise war die Zielsetzung für sein zweites Rennen in der Champ Car World Series für Andreas Wirth klar: Möglichst viel Erfahrung mit den 750 PS starken Champ Cars mitzunehmen, um für ein Stammcockpit bei einem der Topteams zu empfehlen.

Ein Platz unter den besten 10 war auch im Abschlussrennen dieser Saison die Zielsetzung von Wirth. Aber ein starkes Untersteuern im Freitagstraining machten gute Rundenzeiten unmöglich: „Wir kämpften heute den ganzen Tag mit dem Setup, aber alle Änderungen brachten nicht das gewünschte Resultat", fasste Andreas Wirth den ersten Tag zusammen. Am Samstag machte seinem Team neben dem Untersteuern noch Probleme mit den Bremsen zu schaffen, so dass er – zwischenzeitlich auf Platz 12 stehend – auf dem undankbaren 18 Platz landete.

Am Rennmorgen erwartete die Fahrer in Mexiko-Stadt eine regennasse Strecke – eine Herausforderung für den Neuling Wirth, der es bei seinem zweiten Saisonstart bei den Champ Cars vorsichtig angehen ließ, um nichts zu riskieren. Das Rennen war zu Beginn von viel Hektik und Unfällen geprägt, die aber keinen Einfluss auf das Rennen von Wirth hatten.

Leider brachte die Boxenstrategie bei Wirth einiges durcheinander: Bei der Ausfahrt aus der Box kollidierte er mit Will Power – nur seine schnellen Reflexe verhinderten einen größeren Schaden. Aber die Kollision warf den jungen Deutschen zurück: Durch den Aufprall verletzte er sich an der Schulter und das beschädigte Auto ließ keine schnellen Rundenzeiten mehr zu.

Zu allen Überfluss wurde ihm von der Rennleitung noch eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, weil er schnellere Fahrer nicht passieren ließ. Offensichtlich frustriert von der Strafe, erklärte der „Gilles-Villeneuve-Preisträger": Der Boxenfunk funktionierte nach der fünften Runde des Rennens nicht mehr, ich hatte überhaupt keinen Kontakt mit meinem Team. Bei dem Regen konnte ich die überrundenden Fahrer nicht erkennen. Deshalb habe ich die Schwarze Flagge bekommen".

Platz 15 war in diesem chaotischen Rennen das Maximum für Wirth, aber trotz der sichtlichen Enttäuschung konnte er dem Lauf in Mexiko auch Gutes abgewinnen: „Es war ein langes, hartes Rennen. Nach dem Start dachte ich, ich könnte unter die ersten 10 kommen. Aber leider passierten im Rennen einige Dinge - und mehr war dann heute nicht drin. Ich bin aber trotzdem glücklich, dass ich das Rennen voll durchfahren konnte, denn jeder Kilometer bringt mich ein Stück weiter. Dieses Rennen war eine wichtige Erfahrung für mich, und ich möchte Dale Coyne und dem Team danken, dass sie mir diese Chance gegeben haben. Jetzt hoffe ich natürlich, dass wir in den nächsten Wochen das notwendige Budget zusammen bekommen um im nächsten Jahr die komplette Saison bei einem der Topteams bestreiten zu können.

Hintergrundinformationen Andreas Wirth

Der Einstieg in das Cockpit der 750 PS turbogetriebenen Autos ist der Höhepunkt der noch jungen Karriere des 21-jährigen Deutschen: Im Jahr 2004 gewann er mit vier Siegen und 11 Podiumsplatzierungen souverän die Formel BMW USA und stieg 2005 direkt in die Champ Car Atlantic-Serie, die am heißesten umkämpfte Nachwuchsrennserie in Nordamerika, Mexico und Kanada ein. Mit zweitklassigem Material fuhr er sich mit sieben Podiumsplatzierungen und einem Sieg bei 10 Rennen bis auf Platz 2 in der Gesamtwertung vor, bis ihn ein Unfall (Wirbelbruch) beim vorletzten Rennen stoppte.

In dieser Saison war Andreas Wirth auf Top-Material des Forsythe-Racing Teams auf Titeljagd: Bis Mitte der Saison führte er beispiellos die Serie an und musste sich nur wegen technischer Probleme in der zweiten Hälfte der Saison mit einem undankbaren und unverdienten dritten Platz begnügen. Wegen seines Kampfgeistes wurde er mit dem „Gilles-Villeneuve"-Award für den talentiertesten und kämpferischsten Nachwuchsfahrer der Saison ausgezeichnet. In seinem ersten Rennen in der Champ Car World Series im australischen Surfer’s Paradise erreichte er seinen sensationellen neunten Platz.

Champ Car World Series – Motorsport vom Feinsten

Die Champ Car World Series ist eine der härtesten Rennserien weltweit: Traktionskontrolle, automatisches Getriebe und andere technische Hilfen – das alles ist in der Serie verboten. Das sorgt für unendlich viel Spannung, denn die spektakulären Autos verlangen von den Piloten höchstes fahrerisches Können.

Kernstück des Champ Car ist ein V8 Turbomotor mit 2,65 Liter Hubraum und 750 PS. Sein Lebenselixier ist Methanol-Treibstoff, der mehr Sauerstoff bindet als handelsüblicher Sprit und dabei das Triebwerk weniger heiß werden lässt. Ein Leistungswettrüsten gibt es in der Champ-Car-Serie nicht: Ford rüstet alle Teams mit bei Cosworth gebauten Einheitsmotoren aus. Für einen zusätzlichen Kick beim Überholen haben die Piloten für bis zu 60 Sekunden die Möglichkeit mit dem Push-to-Pass-Button den Ladedruck und damit die Leistung um 50 PS zu erhöhen.

Ihr Können müssen die Fahrer auf zwei unterschiedlichen Streckentypen beweisen. Neben Straßen- stehen auch Stadtkurse auf dem Kalender- nicht nur in den USA, sondern auch in Kanada, Mexiko, Australien, China und im nächsten Jahr voraussichtlich auch in Deutschland!

 

- Jochen Weick -  auch Foto

Permanent-URL: http://www.automobilsport.com/andreas-wirth-champ-car-world-series-surfers-paradise-australien-training-gilles-villeneuve-award-forsythe-racing-team-photos---16825.html

16.11.2006 / MaP

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