– Kurt und Nicki Thiim beim 24h – Rennen am Nürburgring.

Auch Vater und Sohn Thiim fanden den Weg in die Eifel zum 24h-Rennen. Obwohl das Rennen sich für beide nicht einfach gestaltete, waren beide zufrieden mit den Leistungen. Für Nicki Thiim war es sein erstes 24h – Rennen.
Es war ein 24h Stunden Rennen welches eigentlich nur ein 18 Stunden Rennen war. Das Saisonhighlight am Nürburgring wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben, denn die Eifel zeigte einmal wieder deutlich, dass sie aus meteorologischer Sicht zu vielem fähig ist.
Mittendrin versuchten sich mehrere hundert Rennfahrer über die vorgege-bene Renndistanz von 24h. Auch Kurt Thiim und zum ersten Mal auch sein Sohn Nicki nahmen die Herausforderung an.
Kurt Thiim startete auf einem Nissan 350Z welcher in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift POWERCAR und RJN Motorsport aus England eingesetzt wurde. Als weitere Fahrer griffen Holger Eckhardt, Nicole Lüttecke und Tim Schrick ins Lenkrad.

Der Nissan startete in der Klasse SP6 und musste sich mit sehr starker Konkurrenz wie dem BMW Z4 Coupe auseinander setzen. Gewiss gegen diesen Wagen war man chancenlos, aber über die 24h-Distanz erhoffte man sich durch konstanten Speed sukzessive im Gesamtklassement nach vorne zu kommen.
Am Freitagvormittag wurde das Starterfeld des 24h-Rennens zum ersten Mal auf die legendäre und berüchtigte Nordschleife gelassen. Am Nissan 350Z tauchten kleine Benzindruckprobleme auf. Gute Zeiten waren zunächst nur sehr schwer zu erreichen.
Die Probleme konnten bis zum zweiten Training wieder behoben werden. Auch am Setup wurde einiges geändert und Tim Schrick zeigte Sonntagnacht rückblickend begeistert „Wir haben die Abstimmung genau auf den Punkt getroffen." Dementsprechend verlief das Nachttraining zufrieden stellend.

Auch für Nicki Thiim verliefen beide Trainingsitzungen ohne Probleme. Für Sohn Nicki ergab sich kurzfristig noch die Möglichkeit mit dem Team MS-Racing auf einem Seat Leon Supercopa zusammen mit Martin Tschornia, Florian Stoll und Paul Hunsperger zu starten.
Auf dem Seat konnte Nicki bei den Läufen zur VLN schon reichlich Erfahrung und Erfolge sammeln. Ein Rennwagen der ihm schon sehr vertraut ist. Nach dem den beiden Trainingssitzungen lag Kurt Thiim im Nissan 350Z auf Position 29 mit einer Zeit von 9.34 Min. und Nicki Thiim im Seat Leon Supercopa auf Position 62 mit einer Zeit 10.01 Min.
Als Samstagmittag die Boxengasse geöffnet wurde und die Teams begannen die Wagen in die Startaufstellung zu schieben war der Himmel schon bewölkt, aber alles sah noch recht viel versprechend aus. Binnen kurzer Zeit zogen dunkle Wolken über der Rennstrecke auf und die entscheidende Fragen waren: „Wird es regnen?" oder „Regenreifen ja oder nein?". Insider wussten bereits, dass es in Spa-Franchorchamps heftig geregnet hatte.
Wenige Minuten vor Beginn der Einführungsrunde öffneten die Wolken ihre Schleusen und wolkenbruchartige Regenfälle überschwemmten die Strecke in einigen Bereich, so dass an ein Start nicht zu denken war. Erst um 16.51 Uhr gab die Rennleitung nach zwei Einführungsrunden das Rennen frei. Kurt Thiim fuhr im Nissan 350Z den Startturn, während Nicki im Seat Leon den zweiten Turn übernahm.
Die ersten Stunden verliefen für beide ohne große Probleme und man sehr zufrieden mit den bis dato gezeigt Leistungen. Nach 3 Stunden kam dann der Schock für das MS Racing Team. Der Seat Leon Supercopa ist im Streckenabschnitt Metzgesfeld mit technischem Defekt ausgefallen. Der Rennabbruch wendete gegen 3.55 wegen zu starkem Nebel wendete jedoch das Blatt zu Gutem.
Während dem Abbruch wurde der Seat Leon geborgen und ins Fahrerlager zurückgebracht, wo sich die Mechaniker direkt an die Reparatur des Wagens machten. Beim Restart ist der Seat Leon Supercopa mit Nicki Thiim wieder im Rennen man kann das Rennen noch beenden.
Obwohl man auf Platz 155 und mit nur 56 gefahren Runden ins Ziel gekommen ist, stellt es eine super Leistung des MS Teams dar. Nicki Thiim und seine Mitstreiter konnten sich nach dem Rennen verdient auf die Schulter klopfen, denn man erreichte das Ziel, was manch ein Team nicht erreichte.
Kurt Thiim und seine Mitstreiter auf dem Nissan 350Z hielten sich bis zum Rennabbruch bis dahin souverän auf auf den Plätzen 20-25. Die Entscheidung das Rennen wegen zu starkem Nebel abzubrechen im Hinblick auf die Sicherheit der Fahrer richtig und notwendig. Alle Fahrzeuge wurden auf der Start- und Zielgerade gesammelt und zunächst herrschte Unklarheit darüber ob Parc Ferme Bestimmungen herrschten.
Die Rennleitung entschied, dass die Arbeit an den Autos erlaubt sei und dass das Rennen wieder aufgenommen wird sobald der Nebel sich wieder verzogen hat, was jedoch bis ca. 9 Uhr noch dauerte. Erst um 9.37 Uhr wurde wieder das Rennen aufgenommen. Gegen 12 Uhr kam von Kurt Thiim die Meldung, dass der Nissan Kühlungsprobleme hat und sich der Motor zu stark aufheizt.
In der Box angekommen, wird der Nissan in das Zelt von RJN Racing geschoben und einer Fehleranalyse unterzogen um zu sehen, ob man noch mal auf die Strecke gehen wird. Gemeinsam mit RJN Motorsport fällt man jedoch die Entscheidung das Rennen nicht wieder aufzunehmen um einen größeren Schaden zu vermeiden. Trotz des Ausfalls waren Kurt Thiim, seine Kollegen und das RJN Team durchaus zufrieden mit dem Einsatz.
Über eine lange Distanz konnte man sich konstant gut im vorderen Feld halten und auch über Leistung des Wagens und das Handling auf der Nordschleife waren alle voll des Lobes. Auch „Nissan Deutschland", die das Projekt mit gestützt haben, zeigten sich zufrieden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es demnächst Gespräche geben wird bei denen diskutiert wird, ob der Wagen in diesem Jahr noch weiter eingesetzt werden wird.

Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen, aber viele sind sich einig, dass der Wagen zu schade ist um ihn bis zum nächsten 24h-Rennen „in die Ecke zu stellen".
Alles in allem war es für Kurt und Nicki Thiim ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Beide Thiim´s waren trotz der Probleme zufrieden mit den gezeigten Leistungen und für Nicki Thiim war sein erstes, gewiss ereignisreiches, 24h-Rennen eine wertvolle Erfahrung in der seiner noch jungen Karriere.
- Text/Fotos: Christian Reinsch-
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