PHOTOS auf automobilsport.com unter top10-stt--93.html
Ein spannendes Finale boten die 25 Piloten der ADAC Procar beim Showdown auf dem 3696 Meter langen Kurs in der Motorsport Arena Oschersleben. Da Franz Engstler (BMW 320i E46) in der Division 1 und Kai Jordan (VW Golf 2.0 TDI) bei den Diesel-Rennern bereits als Meister feststanden, galt es bei den Saisonrennen 14 und 15 nun noch den Titelträger der 1600er-Division zu ermitteln.
Zur Auswahl standen Tabellenführer Thomas Mühlenz (Citroen C2 VTS) und der nur 3 Punkte dahinter liegende Andreas Ziggel (Citroen Saxo VTS). Spannung war also zu erwarten, und die gab es dann auch in beiden Rennen am Sonntagnachmittag zu erleben. Doch bevor es soweit war, mußten die Piloten erst einmal den komplett verregneten Samstag überstehen.
Im Qualifying schaffte es die Spanierin Maria de Villota Comba, sich mit ihrem Chevrolet Lacetti ihre erste Pole-Position der Saison zu erkämpfen. Die Maurer-Pilotin verwies mit ihrer Bestzeit von 1:54,603 Minuten den Meister Franz Engstler mit einem Rückstand von 0,089 Sekunden auf Startplatz zwei. Die drittbeste Zeit fuhr der Leubnitzer Philip Geipel (Toyota Corolla T-Sport), der ebenso wie de Villota noch Chancen auf den Vizetitel hatte.
In der Division 2 holte sich Andreas Ziggel die Pole-Position vor Thomas Mühlenz. Somit lagen die beiden Titel-Aspiranten dicht an dicht hintereinander. Bei den Diesel-Rennern setzte sich Gaststarter Ralph Bonhorst gegen seinen Teamkollegen Kai Jordan (beide VW Golf 2.0 TDI) und Uwe Reich (Alfa 147 JTD) durch.
Division 1: Andrej Romanov holt sich den Vizetitel
Das Wetter am Rennsonntag präsentierte sich dann auch etwas freundlicher und vor allem trocken. Franz Engstler gewann erwartungsgemäß mit seinem heckgetriebenen BMW den Start und setzte sich vor Maria de Villota Comba und Philip Geipel an die Spitze. Nach einigen Zweikämpfen zwischen der Spanierin und dem TFS-Yaco-Piloten hatte der Leubnitzer dann die Nase vorn und übernahm Rang zwei.
Zwischenzeitlich musste der Schweizer Peter Rikli seinen Honda Accord im Kiesbett abstellen und all seine Hoffnungen auf eine Platzverbesserung in der Gesamtwertung eingangs der Start-Ziel-Geraden begraben. Im Rennverlauf kollidierte de Vilotta dann mit dem von hinten anstürmenden Russen Vladimir Labazov (BMW 320i E46) und fand sich anschließend nach einem Dreher auf Rang acht wieder.
„Ich glaube nicht, dass es Absicht von ihm war. Philip hat vor mir so zeitig gebremst, dass ich selbst überrascht war und kaum ausweichen konnte. Danach drehte ich mich und das erste Rennen war für mich gelaufen", meinte die Fitnesstrainerin aus Madrid.
Somit gewann Franz Engstler den vorletzten Saisonlauf souverän vor Geipel, Labazov und seinem Teamkollegen Andrej Romanov (BMW 320i E46). Beim Start zum letzten Saisonrennen bildeten zunächst die BMW's von Engstler, Labazov und Romanov die Spitze vor Geipel und de Villota. In der zehnten Runde nutze die schnelle Spanierin die Chance an Geipel vorbeizuziehen.
Beim Revancheversuch von Geipel kollidierten dann beide Fahrzeuge und mußten das Rennen in der Wiese beenden. Damit war es für beide mit dem Vizetitel endgültig vorbei. In der Zwischenzeit gingen die zwei Russen Labazov und Romanov am Führenden Franz Engstler vorbei.
„Ich freue mich für Andrej. Das nenne ich Teamwork, er war aus eigener Kraft schneller als ich und somit habe ich ihm im Sinne des Teams den Rücken frei gehalten", so der Meister und Teamchef vom Team Engstler Motorsport.
Labazov holte sich damit seinen zweiten Saisonsieg vor Andrej Romanov und Franz Engstler. Kissling-Pilot Rainer Bastuck überquerte mit seinem Opel Astra GTC vor den beiden Moskauern Rustem Teregulov und Oleg Petrishin (beide BMW 320i E46) als Vierter die Ziellinie.
Division 2: Harter Zweikampf entscheidet den Titel
Bei den 1600-Kubik-Flitzern fiel die Titelentscheidung erwartungsgemäß erst im allerletzten Saisonrennen. Im ersten Lauf siegte der Germersheimer Andreas Ziggel mit einem knappen Abstand von nur 0,481 Sekunden vor seinem ärgsten Konkurrenten Thomas Mühlenz und verkürzte damit den Tabellenrückstand zunächst auf nur noch einen Zähler.
Jens-Guido Weimann (Ford Fiesta ST) sah als Dritter die Zielflagge vor dem Leubnitzer Charlie Geipel (Toyota Yaris). Somit spitzte sich der Titelkampf zwischen Mühlenz und Ziggel weiter zu. Und das zeigte sich in der brisanten Startphase zum finalen Lauf gleich in den ersten Kurven. Beide berührten sich und tauschten mehrfach die Positionen.
Dabei beschädigte sich Ziggel seinen Saxo so sehr, dass er eine Runde später nicht nur das Rennen sondern auch seine Titelambitionen in der Box aufgeben musste. Gleiches ereilte auch Weimann, der nach einer Berührung mit Guido Thierfelder (Peugeot 207 Sport) seinen Ford Fiesta ST ebenfalls in der Boxengasse abstellte. Dieses Durcheinander nutzten Charlie Geipel sowie Oliver Kerlé (Citroën Saxo VTS) und setzten sich an die Spitze.
Geipel ließ sich die Führung dann auch nicht mehr nehmen und gewann das Saisonfinale vor Kerlé, Mühlenz und Thierfelder. Thomas Mühlenz sicherte sich damit den Meistertitel in der Division 2 und zeigte sich auf dem Siegerpodest äußerst zufrieden: "Ich bin glücklich, dass es in diesem Jahr endlich mit dem Titel geklappt hat. Besonders freut es mich auch für mein Citroën Ravenol Team, mit dem neu entwickelten C2 gleich ganz vorne landen zu können."
Division 3: Das Team RSG Wolfsburg dominiert
In der Diesel-Division dominierten die beiden Piloten der RSG Wolfsburg Kai Jordan und Ralph Bohnhorst mit ihren VW Golf 2.0 TDI. Im ersten Lauf verwies Gaststarter Ralph Bohnhorst seinen Teamkollegen und Division-3-Champion Kai Jordan auf die zweite Position.
Dahinter folgte der Solinger Uwe Reich (Alfa 147 JTD) vor Erwin Lukas (Opel Astra GTC CDTI). Der Rösrather riss sich an seinem Opel zum Rennende hin allerdings das linke Vorderrad ab und konnte im zweiten Lauf nicht mehr starten. Im Finalrennen drehte Jordan dann den Spieß um und gewann vor Bohnhorst und Reich.
- Brigitta NIEMANN -
More reports from this category all copyright automobilsport.com.