
Mit einem 8. Platz in der "Grünen Hölle" schob sich der junge Österreicher Patrick Tiller in der Juniorwertung auf den zweiten Rang.
Als Patrick Tiller aus Leopoldsdorf bei Wien seinen Boliden am Donnerstag das erste Mal nach gut einem Jahr wieder über die wohl anspruchvollste Strecke der Ford Fiesta ST Cup-Serie bewegte, versuchte er sich wie die Konkurrenten möglichst schnell auf die "Grüne Hölle" einzustellen. "Ich wollte mich erst mal herantasten", so der 18-Jährige. Dies gelang ihm im ersten Qualifying bestens, mit dem elften Platz war Patrick sehr zufrieden.
Dieses Ergebnis steigerte natürlich seine persönliche Erwartungshaltung am Folgetag. Dabei sollte sich allerdings herauskristallisieren, wie wichtig auf der berüchtigten Nordschleife in der Eifel eine Komponente ist, ohne die Plätze im Vorderfeld nur schwer erreichbar sind: Das Windschattenfahren.
In der Praxis sieht dies eben so aus, dass sich jeweils zwei möglichst gleichstarke Piloten mit möglichst ebenso schnellem Fahrzeug zusammen tun, um durch den Windschatten des Vordermanns an Geschwindigkeit zu gewinnen, von dem man quasi angesaugt wird, was am Ende in einem Überholvorgang mündet und sodann umgekehrt vonstatten geht.
Nun hatte Patrick beim zweiten Qualifying leider keinen adäquaten Partner - mit dem Ergebnis, dass er "nur" den für ihn enttäuschenden 15. Startplatz schaffte.
Am Rennsonntag, an dem wie schon am Freitag zunächst Nebel auf der ansonsten aber trockenen Strecke lag, startete der Leopoldsdorfer vom bayerischen Vizethum-Racing-Team fulminant und überholte sofort zwei Boliden. Schnell machte der Youngster weitere Plätze gut, ehe er von einem vermeintlichen Konkurrenten aufgehalten wurde. Die Spitzengruppe, die sich aus einem Fünferfeld rekrutierte, konnte sich so leicht von den Verfolgern absetzen.
Patrick war zwar gefühlt schneller als der unmittelbar vor ihm liegende Renner ("Ich hätte vorne dranbleiben können"), hatte aber dennoch nicht genug Speed, um der Spitze hinterherzujagen. So verständigten sich die beiden auf Platz acht und neun rangierenden Piloten durch Handzeichen, die weitere Fahrt zunächst "gemeinsam" zu absolvieren.
Zwar entfernte sich die Führungsriege immer mehr, aber die Kooperation mit Patricks "Partner" klappte so gut, dass der Abstand zu den hinter ihnen liegenden Fahrzeugen auf gut zehn Sekunden anwuchs.
In der dritten Runde schließlich versuchte der Österreicher, sich nach einem Überholmanöver an der "Döttinger Höhe" abzusetzen, was zunächst auch gelang. Stark beanspruchte Reifen, die in einem Schlittern in einer langgezogenen Rechtskurve mündeten, das mit einem leichten Touchieren einer Mauer endete ("Ich habe die Mauer geküsst"), ließen den Konkurrenten in der letzten von vier Runden über jeweils 25, 378 km allerdings wieder an dem 18-Jährigen vorbeiziehen.
Im Ziel stand dann für den Nachwuchspiloten Platz 9 zu Buche - dachte er zumindest, ehe er erfuhr, dass es sich bei seinem "Partner" um einen Gaststarter handelte.
So war die Freude schließlich groß, dass am Ende doch Platz 8 heraussprang. Dies bedeutet nun gleichzeitig Platz 10 im Gesamtklassement und in der Juniorwertung die Verbesserung vom dritten auf den zweiten Rang.
Wenn das keine Motivation für das Gastspiel der Serie im niederländischen Assen vom 21. bis 22. Juli ist ...
- motioncompany.Mattias Rost, Erlangen - auch Photo
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