Transorientale 12.-28.06.2008

Platz vier in Sichtweite: Obwohl Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann durch Technikprobleme rund eine Stunde verloren, liegen sie nach der elften Etappe nur noch fünf Minuten hinter Francois Delecour im SMG-Buggy.
Die Transorientale macht ihrem Ruf als härteste Rallye des Jahres alle Ehre: Die Wüste Gobi begrüßte die Teilnehmer zur ersten Prüfung nach dem Ruhetag mit einem echten Härtetest. 413 WP-Kilometer und mehr als 40 Grad im Schatten, den es in der Wüste logischerweise nur sehr selten gibt. Selbst das erfrischende Trinkwasser im Buggy von Matthias Kahle und Thomas
Schünemann hatte bei der Ankunft im Biwak 45 Grad.
Die Piloten des HS RallyeTeams überstanden die Hitzeschlacht von Turfan nach Hami ohne konditionelle Schwierigkeiten, allerdings bremste den Fast&Speed-Buggy ab Kilometer 10 ein technisches Problem. Der Stoßdämpfer hinten links gab kurz nach dem Start den Geist auf. Fast das komplette Öl lief heraus, sodass der 1.300 Kilogramm schwere Buggy die folgenden 400 WP-Kilometer mit einem defekten Dämpfer fuhr.
Trotz der Schwierigkeiten erreichten Kahle und Schünemann den achten Platz in der Tageswertung. Im Gesamtklassement machten sie sogar Boden auf den viertplazierten Francois Delecour gut. Die beiden Deutschen liegen nur noch fünf Minuten hinter dem französischen Rallye-Ass – ein Wimpernschlag bei einer Marathonrallye wie der Transorientale.
An der Spitze baute José Luis Monterde (Schlesser-Buggy) seinen Vorsprung weiter aus. Mit mehr als 90 Minuten Rückstand folgen die beiden Allrad-Bowler von Nicolas Gibon und Jerome Pelichet auf Platz zwei und drei. Bei den Trucks mussten Mathias Behringer, Hugo Kupper und Siegfried Schadl einen Rückschlag hinnehmen. Das Trio musste heute den Kühler am MAN-Race-Truck mit der Startnummer 421 wechseln und verlor mehr als drei Stunden.
Matthias Kahle: „Wir sind heute sehr, sehr vorsichtig gefahren, damit nicht mehr passiert. Trotz der Hitze war es eine tolle Prüfung: sehr anspruchsvoll und unglaublich anstrengend. Wir mussten stark darauf achten, dass wir genug essen und trinken."
Thomas Schünemann: „Die Prüfung heute war sehr staubig. Von der Navigation her hat alles gut geklappt, obwohl es recht schwierig war. Du musste immer daran denken, dass das Roadbook den Veränderungen der Natur unterworfen ist . Vor drei Monaten sah die Landschaft sicher noch anders aus. Landschaftlich war diese Etappe besonders faszinierend. Die Gegend hier ist karg und bizarr mit bunt schimmernden Felsen. So etwas habe ich noch nie gesehen."
Ebenso faszinierend wird die Transorientale morgen weitergehen. Die 436-Kilometer-Prüfung ist nicht nur die zweitlängste der Rallye, sondern auch eine der wunderbarsten dieses Abenteuers. Nach bunter Felslandschaft geht es mitten in die von spitzen Steinen durchsetzte Wüste. Vorsichtiges und vorhersehendes Fahren sowie gute Navigation sind hier angesagt. Der Veranstalter verspricht „einen Tag, an den du dich dein Leben lang erinnern wirst."
Gesamtergebnis nach der elften Etappe
1 Monterde / Lurquin Schlesser-Buggy 19h02’55
2 Gibon / Gibon Bowler-Toyota 20h42’41
3 Pelichet / Decre Bowler 21h01’03
4 Delecour / Garcin SMG-Buggy 22h12’03
5 Kahle / Schünemann Fast&Speed-Buggy 22h17’27
6 Saukans / Zarins Oscar-Buggy 23h53’17
7 Martin / Mezt Bowler 24h30’35
8 Anquetil / Godet Nissan 25h05’15
9 Theuriot / Prot Bowler 25h12’22
10 Chabot / Pillot Toyota 25h16’48
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- Daniela Welter, Sebastian Klein, Photos DPPI-
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