Transorientale 12.-28.06.2008

24. Juni 2008 – Drei Prüfungen vor Schluss wollen sich Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann nicht mit Platz fünf zufrieden geben. Trotz erneuter Schwierigkeiten auf den heutigen 436 Wüstenkilometern verkürzen sie den Rückstand zum Drittplazierten um 24 Minuten.
Die Transorientale geht in die Schlussphase: Drei Prüfungen vor Ende sind bei der härtesten Rallye des Jahres die meisten Positionen bezogen. Der Schlesser-Buggy von José Luis Monterde brachte die bisherigen Etappen zuverlässig wie ein Duracell-Hase hinter sich. Der routinierte Spanier führt komfortabel mit fast zwei Stunden vor Nicolas Gibon (Bowler), der sich seinerseits ein Polster von rund 100 Minuten herausgefahren hat.
Um den dritten Platz kommt allerdings noch einmal Spannung auf: Francois Delecour / Jean-Pierre Garcin und Matthias Kahle / Thomas Schünemann rücken immer näher an den drittplazierten Jerome Pelichet heran. Der französische Bowler-Pilot verlor heute rund 24 Minuten auf den Fast&Speed-Buggy des HS RallyeTeams – und das, obwohl die beiden Deutschen erneut nicht ohne Schwierigkeiten durch die Wertungsprüfung kamen.
Die weichen Dünen meisterten Kahle und Schünemann dank ihrer Dakar-Erfahrung und trotz des Zweiradantriebs ohne Probleme. Dafür wurde ihnen ein ausgetrockneter Salzsee – auch Chott genannt - zum Verhängnis. Sie fuhren mit dem Fast&Speed-Buggy nur leicht abseits der anderen Fahrspuren, als unter ihnen plötzlich der poröse Boden wegbrach. Der Buggy steckte plötzlich fest, da blieb nur noch der Griff zur Schaufel, um das 1.300 Kilogramm schwere Fahrzeug wieder flott zu machen.
Nach rund einer halben Stunde setzten Kahle und Schünemann die Fahrt fort. Sie mussten jedoch einen zweiten Stopp einlegen. Das automatische Reifendrucksystem des Buggy funktionierte nicht richtig. Also schnallten sich Kahle und Schünemann erneut ab, änderten den Druck ihrer BFGoodrich-Pneus und stiegen wieder ins Cockpit.
Dennoch erreichte das HS RallyeTeam in der Tageswertung den sechsten Platz. Im Gesamtklassement büßten sie zwar mehr als zehn Minuten auf Delecour ein, dafür liegen sie jetzt nur noch 52 Minuten hinter dem Podestplatz, den im Moment Pelichet besetzt.
Matthias Kahle: „Das letzte Drittel war für mich als Fahrer einfach toll. Richtig Flat-Out. Wir haben für heute die Abstimmung der Stoßdämpfer leicht verändert, das hat sich leider nicht ausgezahlt. Für morgen haben wir uns in diesem Punkt etwas Neues einfallen lassen, das sich bei einer kurzen Testrunde im Biwak gut anfühlte. Wir gehen davon aus, dass sich das Auto morgen wieder besser fahren lässt."
Thomas Schünemann: „Das war heute wieder eine tolle Prüfung mit wunderbarer Landschaft ringsherum. Morgen wollen wir ein bisschen mehr angreifen als vorher. Ankommen hat weiterhin höchste Priorität, aber vielleicht geht es für uns mit etwas Glück noch ein Stück nach vorne."
Als nächste Aufgabe erwartet die Piloten der 286 Kilometer lange Abschnitt von Quinguan nach Alxa Youqi mit den Riesendünen der Wüste Gobi. Die Sandberge sind bis zu 150 Meter hoch – hier gilt es, nicht den Überblick zu verlieren.

Gesamtergebnis nach der zwölften Etappe
1 Monterde / Lurquin Schlesser-Buggy 23h49’46
2 Gibon / Gibon Bowler-Toyota 25h39’53
3 Pelichet / Decre Bowler 27h02’46
4 Delecour / Garcin SMG-Buggy 27h37’40
5 Kahle / Schünemann Fast&Speed-Buggy 27h54’37
6 Saukans / Zarins Oscar-Buggy 30h15’13
7 Martin / Mezt Bowler 30h51’05
8 Chabot / Pillot Toyota 30h52’00
9 Theuriot / Prot Bowler 31h19’51
10 Yong / Poncet Zhengzhou 32h03’03
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-Daniela Welter, Sebastian Klein- photos DPPI
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