
Nach Ersatzteilengpässen für den Porsche 997 Cup startete das Team im letztjährigen BMW M3 E46. Poleposition, über zwei Minuten Vorsprung, ein technischer Defekt kurz vor Schluss aber vereitelte die Topleistung.
Manchmal ist es wie verhext. Nachdem das Team Bonnfinanz Motorsport im letzten Rennen nach spätem Getriebeschaden aufgeben musste, konnte Porsche infolge von Ersatzteilengpässen kurzfristig kein neues Getriebe bereit stellen. „Wir mussten uns zwangsläufig für einen anderen Wagen entscheiden" so Teamchef Dieter Rövenich vor dem vergangenen Rennwochenende der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring.
Beste Voraussetzungen bot da der BMW M3 E46, mit dem das Team in den beiden letzten Jahren so erfolgreich unterwegs gewesen war und auf dem Bonnfinanz-Pilot Oliver Rövenich zahlreiche Siege errungen hatte. Mit zehn Rennfahrzeugen aus dem Hause BMW war die Klasse SP5 für das 6h-Rennen stark besetzt.
Neben Oliver Rövenich (Merzenich) griffen auch Detlef Hirsch (Minden), Stefan Aust (Münster) und der Schweizer Urs Schild in das Lenkrad des schnellen M3 E46. Obwohl Oliver Rövenich im Oktober 2007 letztmalig hinter dem Volant des schnellen Bayern Platz genommen hatte, brauchte er nur wenige Meter um sich wieder auf den Spezial-Tourenwagen einzuschießen.
Mit Startplatz eins in der Klasse SP5 durch Stefan Aust gelang es auch gleich die Augenbrauen der Konkurrenz wieder nach oben schnellen zu lassen. Als Startfahrer des BMW oblag es Oliver Rövenich die Führung nicht nur zu halten, sondern den Vorsprung wenn möglich auch auszubauen. Gesagt, getan, Rövenich gab in der Anfangsphase alles und knallte mit Runden um 9:12 Min die schnellsten Zeiten der gesamten Startgruppe auf den Asphalt.
Beim Wechsel auf seine Teamkollegen verzeichnete die Stoppuhr, trotz wechselnder Wetterverhältnisse und teils schwierigen Bedingungen bereits über zwei Minuten Vorsprung auf den ärgsten Verfolger. Im Laufe des Rennens gelang es den Vorsprung auf die folgende BMW-Armada noch weiter auszubauen, doch bereitete dem Team beim letzten Boxenhalt ein erhöhter Ölverbrauch Kopfschmerzen. Urs Schild war drei Runden später denn auch leider der Pechvogel, der per Funk die schlechte Nachricht übermitteln musste. Ausfall nach Öldruckverlust im Bereich Breidscheid.
Teamchef Rövenich: „Ich weiß nicht was ich noch sagen soll? In diesem Jahr haben wir wirklich die Seuche, unsere Piloten haben nichts falsch gemacht, Oliver hat im BMW eine Glanznummer vollbracht, aber was soll man gegen einen technischen Defekt noch machen?"
Das Team hat jetzt rund sieben Wochen Zeit den Porsche für das nächste Rennen im September auszurichten. In der Ruhe liegt die Kraft, nach sieben Wochen sollte jede noch so hartnäckige Seuche auskuriert sein, um für den Endspurt wieder voll angreifen zu können. (ws)
Startaufstellung Klasse SP5 (BMW M3 E46):
1. Bonnfinanz Motorsport, BMW M3 E46 # 190
2. MSC Rhön, BMW M3 # 198
3. MSC Ruhr Blitz, BMW M3 E46 # 180
4. Dörr Motorsport, BMW 130i # 205
5. Gambler Racing, BMW M3 E46 # 195
6. AGON Motorsport # 781
7. Hoffmann Racing, BMW M3 E36 # 192
8. Westend Racing # 785
9. Black Falcon, BMW 130i # 202
10. Burgstaller/Gerlach, BMW M3 # 185
-Wolfgang Sievenich - BR Foto