Kupplungsschaden vereitelt Top-Ergebnis
Bestes Trainingsergebnis (Platz 3), beste Startplatzierung (Platz 12) , beste Voraussetzungen für ein Top-Ergebnis.

Die Voraussetzungen waren optimal. Nach dem besten Startplatz in der Porsche-Geschichte von Bonnfinanz Motorsport hatte das Team aus Bonn am vergangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring alle Chancen auf eine gute Endplatzierung. Auch wenn Teamchef Dieter Rövenich 2008 in der Langstrecke ausdrücklich als Lernjahr ausweist, so sind die drei Piloten Oliver Rövenich (Merzenich), Thomas Brügmann (Altenahr) und Mario Merten (Nürburg) hoch motiviert bald Ergebnisse einfahren zu können.
Mit der drittschnellsten Zeit im Training katapultierte sich das Team auf die bisher beste Startposition und stand unter 189 Fahrzeugen mit Startreihe 6 (Platz 12) noch nie so weit vorne in der Startaufstellung. „Es ist toll soweit vorne zu stehen, das kann einen schon süchtig machen. Thomas Brügmann hat mit einer 9:09 Min zudem seine bisher beste Runde im neuen Porsche absolviert" so der begeisterte Teamchef Dieter Rövenich.
Aber bevor die Emotionen das Team in Beschlag nahmen, mahnte er auch gleich wieder zur Ruhe, vereitelten unvorhergesehene technische Probleme doch bisher die Zielankunft. Mit einer Zeit von 8:41 Min qualifizierte sich das Team bei strahlendem Sonnenschein nur vier Sekunden hinter dem führenden Captain Racing Porsche.
Den Start übernahm wie gewohnt Mario Merten und der schnelle Lokalmatador kämpfte sich in bewährter Manier durch das anfängliche Startgetümmel. Doch noch in seinem Stint vermeldete der Boxenfunk Unheil, als Merten mit Kupplungsproblemen auf der Grand-Prix-Strecke früher als erwartet die Box anlaufen musste. Auslaufendes Öl vermittelte kein Vertrauen in eine schnelle Reparatur.
Letztlich musste das Team den Porsche schon früh mit Kupplungs- und Getriebeschaden abstellen. Doch auch wenn das Team über den frühen Ausfall enttäuscht war, so stärkte Rövenich seinem Technik-Partner Bonk Motorsport sogleich den Rücken. „Bevor die ersten Unkenrufe losgehen: wir stehen zu unserem Partner Bonk Motorsport, komme was da wolle. Der Wagen ist top vorbereitet, technische Probleme können halt passieren!"
Neben den Hochs- und Tiefs des Rennwochenendes, wurde Teamchef Rövenich unverrichteter Dinge im Training besonders überrascht. Nach langen Jahren traf er mit dem Japaner Akira Iida den Mann wieder, der bereits zu Kremer-Motorsportzeiten als damals 19—jähriger und damit jüngster Fahrer in Le Mans auftrat. Rövenich war 1994 für einen der drei Honda NSX des Kölner Rennstalls verantwortlich und mit dem japanischen Nachwuchstalent gelang damals Teamintern das beste Ergebnis im 24h-Rennen von Le Mans.
Nach 14 Jahren trafen die beiden unverhofft am Nürburgring wieder aufeinander und fielen sich postwendend in die Arme. „Normalerweise fallen Japaner nicht durch herzliche Offenheit auf, aber heute war es glücklicherweise anders" so ein begeisterter und gerührter Dieter Rövenich.
Akira Iida nutzte den Langstreckenlauf am vergangenen Rennwochenende für einen Test im Werks-Lexus LF-A, zum 24h-Rennen tritt die japanische Besatzung mit dem Fahrzeug zum Showdown in der Grünen Hölle an. Das Akira Iida nichts von seiner Klasse verloren hat, zeigte der erfahrene Profi-Pilot bei der Lexus-Premiere mit einem Sieg in der Klasse SP8.
Bonnfinanz Motorsport startet in der Langstrecke erst wieder Ende Juni im Porsche 997 Cup. Für das 24h-Rennen setzt das Team auf einen Porsche 996 GT3, mit dem man bereits im vergangenen Jahr in der Klasse SP6 hinter dem Werksunterstützten Schubert-BMW Z4 den zweiten Rang erreichen konnte. Mit Rang 11 im Gesamtklassement hielt das Team zudem noch für Reifenpartner YOKOHAMA die Flagge des besten Rennteams unter 220 Fahrzeugen hoch. (ws)
Startaufstellung Klasse Cup 3b (Porsche 997 Cup):
1. Captain Racing
2. Manthey Racing I
3. Bonnfinanz Motorsport
4. Mühlner Motorsport I
5. Cooper/Spurr/Harris
6. Maxicard
7. Otto/Althoff
8. Land Motorsport
9. Steam Racing
10. Manthey Racing II
11. Kohlstrung/Jöns/Elm
12. Mühlner Motorsport II
- Wolfgang Sievernich - BR Foto
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