
Am vergangenen Wochenende starteten mehr als 200 Rennfahrzeuge zum 6h-Rennen der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring und der Nordschleife. Der hessische Rennstall Dörr Motorsport war beim Saisonhighlight mit zwei Fahrzeugen, dem Phantom (BMW 130i) und dem weißen Riesen (BMW z4 Coupé) vertreten. Doch nur ein Auto sah das Ziel und konnte sich platzieren.
Eine neue Fahrerbesetzung auf dem Phantom und neue Teile im weißen Riesen machten es erforderlich, dass beide Autos im freien Freitagstraining bewegt werden mussten. Während sich beide Phantom-Neulinge Olaf Hoppelshäuser und Rolf Krepschick auf den Rennwagen einschossen, musste Marcus Großmann mit dem Z4 Coupé gemäßigte Runden drehen, um neue Radlager anzufahren
. Die übrigen Z4- Treiber Marco Schelp, Michael Funke und Rudi „Mr. Nordschleife" Adams sowie Phantom-Stammfahrer Willi Friedrichs hatten frei und konnten das Treiben von den Zuschauerrängen aus beobachten. Nach zwei Stunden freiem Training hatten sich Hoppelshäuser und Krepschik mit dem 130i angefreundet, und der weiße Riese stand mit neuen Komponenten rennfertig in der Box – das Team hatte erst mal Feierabend.
Pünktlich um 08:30 Uhr starteten die beiden Dörr-Boliden zum Qualifikationstraining auf eine trockene Strecke, die allerdings in manchen Bereichen noch feucht war.
Beide Fahrzeugbesatzungen gingen entsprechend respektvoll an die Sache heran, wohlwissend, dass ein 6h-Rennen nicht durch eine schnelle Trainingsrunde entschieden wird. Nach knapp 1,5h Trainingsdauer stand der weiße Riese auf Platz 17 der ersten Startgruppe.
Die gefahrene Rundenzeit von 8:48 Minuten reichte für den zweiten Platz in der Klasse SP6. Fürs Phantom lief es im Training ähnlich rund: Die überwiegend aus „Phantom-Neulingen" bestehende Fahrercrew schaffte im Training eine Zeit von 9:44 Minuten, was in der zweiten Startgruppe den 12. und in der Klasse SP5 den vierten Startplatz bedeutete.
Wetterwechsel hielt alle auf Trab
Das Rennen des weißen Riesen war ein kurzes und ist schnell beschrieben: Michael Funke übernahm den Start und sollte die ersten 1,5h Renndistanz bewältigen. Um 12:00 Uhr überquerte das BMW Z4 Coupé aus dem Rennstall Dörr Motorsport erstmals die Start-Ziel-Linie und konnte auf Anhieb Plätze gut machen. Da es kurz vorm Start heftige Regenschauer gab, entschied sich die Rennleitung, das Rennen als „Wetrace" zu deklarieren – die Renner aus dem Hause Dörr waren demzufolge auf Regenreifen unterwegs.

In der Anfahrt zur „Breitscheider Brücke" verpasste Funke den idealen Bremspunkt und schlug zuerst vorne, dann hinten rechts hart in die Brückenmauer ein. Waidwund und im Kriechgang erreichten Fahrer und Auto die Box und bereits nach erster, schneller Diagnose durch Technik-Teamchef Jörg Ullmann war klar, dass die Schäden das Aus für den weißen Riesen bedeuteten. Ursache für den Ausfall war ein technischer Defekt.
Ungeachtet des Ausfalls drehte Willi Friedrichs direkt nach dem Start zwei Runden, ehe er sich an der Box mit profillosen Slicks ausstatten ließ. Mit viel Verkehr und zahlreichen Gelbphasen kämpfend fuhr der Routinier konstant nach vorne und wurde nach acht Runden bereits auf dem 61. Gesamt- und dritten Klassenplatz geführt. Nur eine prekäre Situation musste Friedrichs überstehen:
Beim Überholen eines leistungsschwächeren Autos wurde der 1er offensichtlich übersehen, erhielt einen deftigen Schubser, so dass der Wagen kurzzeitig nur auf zwei Rädern unterwegs war. Dank der Erfahrung und Besonnenheit von Friedrichs blieb der Wagen auf der Strecke und konnte so sein Rennen mit einer kleinen Karosserie-Blessur fortsetzen.
In Runde 14 war dann für Willi Friedrichs Schluss. Er übergab den Wagen an Rolf Krepschick, der sein erstes Rennen in der VLN fuhr. Zwölf Runden drehte Krepschik munter seine Runden, freundete sich immer mehr mit dem Phantom an und konnte am Ende sogar die Zeiten von Friedrichs fahren.
Es wären durchaus bessere Rundenzeiten möglich gewesen, allerdings gaben beide Fahrer nach dem Rennen an, nicht eine freie Runde gehabt zu haben. Pro Runde hätten mindestens fünf Gelbphasen den Vorwärtsdrang eingebremst. Voller Lob über den Wagen, die Reifen und das Team übergab Krepschick das Phantom an Olaf Hoppelshäuser.
Just als dieser das Phantom übernahm, setzte der große Regen ein. Binnen weniger Minuten stand das Wasser in der Boxengasse und auf der Strecke. Statt der schnellen Slicks wurde Hoppelshäuser auf Regenreifen ins Rennen geschickt. Doch der Regen ließ alsbald nach, Hoppelshäuser kam zur Box, um sich wieder mit profillosen Slicks ins Rennen zu werfen.
Zwar trocknete die Strecke schnell ab, aber an vielen Stellen der gut 25 Kilometer langen Rennstrecke setzten immer wieder Schauer ein. Olaf Hoppelshäuser schaffte es, den Wagen trotz schwieriger Verhältnisse ohne Schrammen über die Ziellinie zu manövrieren. Am Ende reichte die Leistung der drei Fahrer für den zweiten Platz in der stark besetzen Klasse SP5 sowie für den 33. Gesamtrang.
Ergänzung
In der Vorberichterstattung zum 6h-Rennen ist uns ein Fehler unterlaufen. In die Antwort auf die zweite Frage an Teamchef Rainer Dörr nach dem Durchbruch des weißen Riesen, des Z4 Coupé, hat sich ein Fehler eingeschlichen. Im ersten Lauf zur BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft am 12. April 2008 hat Dörr Motorsport mit dem BMW Z4 Coupé den Sieg in der Klasse SP6 eingefahren. Hinterm Volant saßen beim Rennen im April Marco Schelp (Berlin), Rudi „Mr. Nordschleife" Adams (Ahütte) und Michael Funke (Tönisvorst). Den uns unterlaufenen Fehler bitten wir zu entschuldigen.
Redaktionsbüro Meuren, auch Photo und BR