6. Lauf VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring Nordschleife (19.07.08)

Erst in der letzten Runde wurde der ganz große Triumph von Kissling Motorsport mit der Chevrolet Corvette beim 6-Stunden-Klassiker auf der Nürburgring Nordschleife verhindert. Beim 6. Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft am 19. Juli 2008 lag das Trio Stefan Kissling (Schuld), Hannu Luostarinen (Finnland) und Reinhold Mölig (Waldalgesheim) bis zur letzten Runde auf Podiumsplatzierung…
"Mit Platz vier können wir sicherlich auch zufrieden sein, denn es zeigt, dass wir mit der Entwicklung der Corvette auf dem richtigen Weg sind", erklärte Stefan Kissling trotzdem bei Rennende.
Und tatsächlich geht die Leistungskurve des neu eingesetzten Autos immer weiter nach oben. „Wir haben gerade in letzter Zeit richtig angefangen an dem Projekt zu arbeiten", gibt Stefan Kissling zu Protokoll. „Schon von Beginn an sah es auf der Nordschleife aus, aber es waren immer wieder Kleinigkeiten, die uns zurück warfen." Das Team aus Bad Münstereifel machte sich deswegen auch keine großen Gedanken, „und wir waren nicht bange, dass wir das regeln konnte, obwohl es vielleicht von außen ohne große Informationen nicht so aussah!"
Umso wichtiger das Saisonhighlight mit dem 6h Rennen des MSC Ruhr-Blitz auf der 24,433 Kilometer lange Kombination von Nordschleife und Kurzanbindung. „Es lief problemlos und ohne den Abflug in der letzten Runde hätten wir aus eigener Kraft den 3. Platz erzielt." Immerhin war es aber trotzdem schon der zweite Klassensieg in der SP8.
Nachdem Stefan Kissling von Klassenplatz drei und Gesamtplatz sieben der 207 Teams mit Regenreifen ins Rennen gegangen
war, kam er zwei Runden später an die Box und zog Slicks auf. Später übergab der 35-Jährige an Reinhold Mölig, der erstmals mit im Cockpit saß. „Wir wollten anfangs kein Risiko eingehen und haben mit den Regenreifen auf Nummer sicher gesetzt, da wir nicht genau wussten, wie sich das Auto im Regen auf der Nordschleife verhält." Als dritter Fahrer ging der Finne Hannu Luostarinen auf die Strecke und übergab zum Schluß wieder an Stefan Kissling.
In der Folgezeit entwickelte sich ein harter Zweikampf mit dem Opel von Schall Motorsport und Ralf Schall am Steuer: „Mal war er vor, mal ich", erklärte Kissling später. Opel-Sportchef Volker Strycek, der ebenfalls mit dem Astra von Schall unterwegs war, erklärte: „Auf nasser Piste war unser Opel Astra V8 Coupé immer etwas stärker, die Corvette war im Trockenen schneller."
Acht Runden ging das Duell, dann zog Kissling mit neun Sekunden davon, hatte aber zu diesem Zeitpunkt schon eine stark öl- und dreckverschmierte Frontscheibe die er sich hinter dem Schall Astra eingefangen hatte. Und zu allem Überfluss fing eine Runde vor Ende ein leichter Nieselregen an, der das Gemisch auf der Scheibe schön verteilte und nun fast null Sicht zuließ. „Ich konnte nicht erkennen, wo nasse und trockene Stellen war und im Bereich Aremberg kam ich dann genau auf eine nasse Stelle und verlor das Heck", schilderte Stefan Kissling das Geschehen. „Mit dem Heck bin ich dann noch eingeschlagen, konnte aber weiter fahren und bin auf Platz vier ins Ziel geeiert!"
Durch den Erfolg und der Nähe zu den Podestplätzen, konnte Kissling Motorsport aber erneut zeigen, wie schnell man neue Projekte realisieren kann. „Wir wären bei kompletter Bündelung unserer Kräfte sicherlich schon ab dem 3. Lauf ganz vorne gewesen, aber es kamen andere Aufgaben auf uns zu, die wie zunächst erledigen wollten. Jetzt sind wir soweit!"
Warum man auf Chevrolet Corvette setzt, erklärt Kissling dann auch: „Wir wollten mal was für die Gesamtspitze realisieren, nachdem wir die letzten Jahre unsere große Performance in der Meisterschaft gezeigt haben und wieder im letzten Jahr die Meisterschaft mit Fritzsche/Fritzsche/Wolf im Opel Astra GTC gewannen. Da war das Corvette-Projekt genau richtig, da wir damit Aufsehen erregen können und mit unseren 600 PS auch den Porsche Paroli bieten werden. Aber eben auch mit wesentlich geringeren Kosten als Porsche.
Schon für 198.000 Euro bieten wir für die Saison 2009 ein Kundenprojekt an, das absolut konkurrenzfähig ist. Weitere Informationen dazu auch auf unserer Internet-Seite unter www.kissling-motorsport.de ."
Schon beim nächsten Lauf nach der Sommerpaus e am 13. September 2008 will man in der VLN Langstreckenmeisterschaft erneut unter Beweis stellen, wie standfest und schnell die Chevrolet Corvette ist.
www.corvette-racing.net
Ralph Monschauer, www.motorsport-xl.de auch Photos
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