Dieser Langstreckenlauf am Nürburgring kann als Wechselbad der Gefühle beschrieben werden
.
Sonne und Regen, Slicks und Regenpneus, Grip und Aquaplaning, Freud und Leid. Viele Teams gingen in den kurzen Regenphasen im wahrsten Sinne des Wortes baden. Und wieder steht für einige Teams steht ein kompletter Wechsel der Rennfahrzeuge für die kommende Saisonhälfte an.
Diese nüchternen Zahlen bringen es auf den Punkt - das VLN-Rennen des MSC Ruhr-Blitz-Bochum nahmen 207 Fahrzeuge in Angriff, 133 kamen nach sechs Stunden in Wertung ins Ziel.
Zwischen Training und Start gibt es wieder einmal einen kräftigen Regenguß, so daß alle Teams mit dem Reifenpoker beginnen. Das Rennen wird zum Wet-Race deklariert. In der Startaufstellung kommt jedoch die Sonne raus und scheint hinunter auf diese Fahrzeuge:
Auf der Pole-Position steht für das 6h-Rennen der Manthey-Porsche in 8:11.859 Minuten mit Marc Lieb, Marcel Tiemann und Arno Klasen.
2. #88 Alzen / Alzen, Porsche 997 Turbo
3. #121 Schmitz / Abbelen, Porsche 997
4. #108 Basseng / Stuck, Porsche 911 GT3
5. #90 Stuck / Adorf, Lamborghini Gallardo
6. #106 Weiss / Jacobs / Schornstein / Tiemann, Porsche 911 GT3
7. #98 Kissling / Luostarinen / Mölig, Chevrolet Corvette
8. #87 Coronel / Huisman / Bert, Dodge Viper GTS-R
9. #120 Bäder / Hagenmeyer, BMW Z4
10. #107 Hahne / Haarmann / Gedlich, Porsche 911 GT3
Besonderes Augenmerk lenkt Hans Joachim Stuck auf sich, denn er startet zusammen mit Dirk Adorf im Raeder - Lamborghini Gallardo. Der Getrag Z4 bleibt im Schatten stehen, er kommt gar nicht aus der Box zur Startaufstellung.
Mehr Grip und Sonne scheint in der ersten Runde für Uwe Alzen da zu sein, er übernimmt die Führung vor dem Manthey-Porsche und dem Land-Porsche.
Das Klassement wird durch die Wetterbedingungen wild durcheinander gewirbelt.
Die Zakspeed-Viper liegt gut und stark auf dem Asphalt und macht Plätze gut. Der Adorf-Lambo und Scheid-BMW kommen wie viele andere an die Box um auf Slicks zu wechseln.
Es scheint jedoch nur so, als würde sich das Rennen mit der abtrocknenden Strecke zu normalisieren und zu sortieren, denn in der zweiten Runde fällt dem führenden Alzen-Porsche das Getriebe aus. Nun führt der Manthey-Porsche vor dem Land-Porsche, dahinter die Zakspeed-Viper und der Frikadelli-Porsche. Aber nach einem Dreher von Lieb im Manthey-Porsche übernimmt Basseng im Land-Porsche kurzzeitig die Führung.
Der Dreher des Manthey-Porsches hat jedoch noch mehr zur Folge, dem MSpeed-Cayman reisst es die rechte Fahrzeugseite auf, die Zelle und bei Stefan Beil knickt eine Rippe ein.
Johannes Stuck übernimmt den Land-Porsche aber behält die Führungsposition nach dem Boxentstopp. Die Zakspeed-Viper verliert nicht nur Plätze sondern auch Gänge im Getriebe. Für den Wochenspiegel-und den Frikadelli-Porsche scheint es nun zu laufen. Gut unterwegs sind auch die sonst nicht so standfesten Kandidaten, wie die Kissling-Corvette, der Raeder-Lambo und der Academy-Ferrari.
Für viele Teams überschlagen sich nicht nur die Ereignisse sondern auch die Fahrzeuge selber oder schlagen in die Leitplanken ein.
Wollte man dem jungen Johannes Stuck noch für die Spitzenfahrt loben, so kann man Minuten später nur noch den Kopf schütteln, aber den Kopf durchgeschüttelt bekommen hat Stuck Junior selber für seine Aktion zum Boxenstopp. Von der Hohernrain-Schikane mit viel Schub kommend, meint er noch einen BMW überholen zu müssen um dann vorweg in die Boxeneinfahrt einbiegen zu wollen, dieses Manöver wird ihm zum Verhängnis. Der Land-Porsche schlägt erst rechts in die Mauer, dann links in die Planke ein und dann wieder rechts rüber in die Planke.
Nicht nur das Auto ist danach ein ziemliches Wrack, bei der Wucht das Aufprall löste sich der Sitz komplett aus der Verankerung, leichtes Feuer am Heck. Johannes Stuck erinnert sich an nichts mehr und wird mit starker Gehirnerschütterung ins Krankenhaus nach Trier gebracht. Strietzel Stuck lies glücklicherweise bereits auf dem Sommerfest verlauten, dass es dem Sohn schon soweit gut gehe und er ihm jetzt erst mal Zahnbürste und Pyjama rüberbringen müsse.
In der Halbzeit, nach drei Stunden, führt unangefochten der Manthey-Porsche dahinter Frikadelli-Porsche.
Das dies kein ruhiges Rennen werden würde stand ja bereits fest, somit auch sicherlich die Positionen nicht fest gefahren werden konnten. Der Lamborghini, der Schubert-Z4 und der Schall-Astra kommen immer besser mit den Rennbedingungen zurecht.
Gute Platzierungen in den einzelnen Klassen werden ganz schnell mit Unfällen, Kollisionen und Überschlägen zunichte gemacht.
Leidtragend nicht nur für die Bonnfinanz-Mannschaft, tragisch für den FrauenPower-Fiesta. Hier wird Jutta Meiswinkel in der Mutkurve abgedrängt und überschlägt sich aus vollem Tempo, unbeschädigt bleibt aber nur sie und nicht der Fiesta.
Nach 4-h-Renndauer kommt erneut Hektik in der Boxengasse auf, eine Regendusche macht den Wechsel auf Regenreifen notwendig. Doch wie schon bei dem Beginn des Rennens kommt nach dem Reifenbaden erneut die Sonne raus.
Vorneweg der Manthey-Porsche, vor dem Schubert-Z4, dem Schall-Astra, der Kissling-Corvette, dem Frikadelli-Porsche, dem Raeder-Lambo, dem Wochenspiegel-Porsche und dem Scheid BMW.
Die letzten Minuten des Rennens verlaufen dann auch nicht ruhiger, ausgangs der NGK-Schikane dreht sich die Kissling-Corvette. In der allerletzten Kurve vor der Ziellinie erwischt es auch noch das Z-Racing-Team. Verhalten war deren ganzes Rennen gewesen, doch ein Fehlverhalten eines Klassenkollegens führt erneut zur absolut unnötigen Fahrzeugzerstörung. Der Z4 kommt noch mit letztem Schwung über die Ziellinie.
Die Sieger des 6-Stunden-Rennens zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft heißen zurecht Marc Lieb, Marcel Tiemann und Arno Klasen im Porsche 911 GT3 von Manthey Racing. Zweiter Rang geht an Hürtgen / Sorlie im Schubert-Z4. Auf dem dritten Rang schiebt sich Schall / Schall / Strycek im Astra V8 Coupe. Die Kissling-Corvette erreicht erstmals das Rennen, auf sogenannten undankbaren aber doch dankbaren vierten Platz, im Team Kissling / Luostarinen / Mölig. Mölig sonst im V8 unterwegs. Ein guter Tag für die Kissling-Mannschaft, denn auch die Fritzsche-Brüder konnten wieder einmal einen Klassensieg einfahren.
Als könnte Ihnen das Wetter und nichts anhaben, oder klein aber fein, holen sich die beiden Ukrainer Andri Kruglik, Alexji Mochanov und Ralph Martin im Ford Fiesta beim 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen ihren fünften Klassensieg in Folge und untermauern ihre Führung in der Fahrerwertung eindrucksvoll!
Die Sommerpause steht nun an und ich hoffe es stehen nicht zu viele Teams vor dem Aus Ihrer Langstreckenbeteiligung.
Ich beteilige mich gerne wieder – am 13.9.2008
Andrea / Distrilo
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