Neben Andree / Lienhard jun. in der Nr. 230 geht 'Familie Lips' in der 211 ins Rennen

Erstmals geht der Schweizer Tourenwagen- und Formel 2-Pilot Celeste – genannt Celli – Lips (56) mit seinen rennfahrenden Söhnen André (28) und Remo (25) Lips im Rahmen der 38. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy im erfolgreichen Volvo S60 des PSR-Teams von Danny Berk an den Start.
Bei dieser Gelegenheit schießt sich der Zürcher auf die herausfordernde Nürburgring- Nordschleife sowie sein neues Arbeitsgerät ein: Einen jener Volvo S60 Spezialtourenwagen, die das Adenauer Team PSR seit 2005 so erfolgreich an den Start bringt.
"Endziel der Übung ist die Verwirklichung meines Traums, zusammen mit meinen Söhnen André und Remo das legendäre 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu bestreiten", freut sich Lips Senior auf den am kommenden Wochenende bevorstehenden Lauf über vier Stunden. "Da der Volvo S60 beim Eifelmarathon ja bereits drei Mal seine Klasse gewinnen konnte und auf der Nordschleife ja quasi entwickelt wurde, kann ich mir für mich und meine Söhne keinen besseren Drive vorstellen, als den in dem schnellen Schweden."
Die Söhne des Celli Lips sind allerdings schon mindestens einen Schritt weiter als der Herr Papa, bestreiten sie doch bereits seit Ende 2005 regelmäßig Langstreckenrennen auf dem Ring im PSR-Volvo. "Endlich können wir unserem Vater mal zeigen, wo es lang geht", freut sich André – der ältere der beiden Brüder – mit spitzbübischem Grinsen auf Vaters erste 'Gehversuche' im PSR-S60 im Bastuck-Design.
Doch unterschätzen sollte er sein Familienoberhaupt keinesfalls, denn Celli blickt auf eine eindrucksvolle Karriere zurück. In den wilden 70ern bestritt Celeste Lips als Twen bereits die Berg-Europameisterschaft in einem der noch heute berühmten Alfa GTa und siegte in diversen Tourenwagenrennen der damals so populären Gruppen 1 und 2, gerne auch mal im pausbäckigen BMW 2002.
Das persönliche Highlight des sympathischen Schweizers aber war die Teilnahme an der Formel 2-EM im Jahre 1976. "Ich konnte zwar nicht die gesamte Saison fahren", erinnert sich der Mit-Fünfziger.
"Aber der March, den ich damals fahren durfte, hatte einen tollen BMW-Motor, vorbereitet von Schnitzer. Es war eine irre Zeit, denn ich stand gemeinsam mit noch heute bekannten Motorsportgrößen am Start. Neben Mass, Ertl, Stuck, Tambay, Rosberg, Brambilla oder auch dem ganz junge Eddy Cheever war auch Fredy Lienhard dabei, dessen Sohn ja am vergangenen Wochenende zusammen mit Ulli Andree im Volvo den Klassensieg bei den 2,5 Litern geholt hat. So schließt sich halt jeder Kreis irgendwie."
Während Familie Lips in PSRs Nummer 211 die alt-ehrwürdige Strecke um die Nürburg unter die Räder nimmt, wird ihr Schweizer Landsmann Fredy Lienhard jun. (26) sich wieder mit Volvo Stammpilot Ulli Andree (41) in der 230 abwechseln.

"Fredy hat beim letzten Lauf vor 14 Tagen einen grandiosen Job gemacht", rekapituliert der Kölner. "Er hat nicht nur seinen durch eine Ölspur vor dem Kesselchen verursachten Überschlag vom Saisonbeginn verdaut, sondern hat ein blitzsauberes Rennen abgeliefert. Er hat sich in den Rundenzeiten ständig gesteigert, war sanft zum Auto und hat wenig Sprit verbraucht – er ist der perfekte Endurance-Pilot und hatte einen Riesenanteil an unserem Sieg."
Auch Teamchef Danny Berk ist guter Dinge: "Fredy ist über die kleinen Monoposto-Serien, die Formel 3000 und die LMPs durch die harte Motorsportschule gegangen. Was ihm an Nordschleifenerfahrung fehlt, macht er über seine analytische und coole Herangehensweise wett. Ich bin mir sicher, dass Fredy sich von Rennen zu Rennen noch weiter steigern wird."
Fotos: Nr. 211, Berrang. Nr. 230: Haferkamp
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