Nürburgring - Freies Training 2008

Insgesamt zehn Fahrer und drei Rennwagen brachte Steam-Racing zum ersten freien Training am vergangenen Freitag an den Nürburgring. Zwei Tage drehten die Boliden ihre Runden und spulten jede Menge erkenntnisreicher Testkilometer ab. Ergebnis: Mensch und Maschine sind fit für die kommende Saison.
Johannes Siegler, Dr. Jochen Herbst, Dr. Joachim Steidel, Michael Jauss, Matthias Wendler, Karl-Heinz Warum, Stefan Dröger, Leo Löwenstein, Björn Kfoed und Michael Schratz – das werden die Fahrer der Saison 2008 sein, die für Steam- Racing an den Start gehen.
Teamchef und Fahrer Michael Schratz nach dem Testwochenende: „Alles lief nach Plan und für uns sehr gut. Keinem der Fahrer ist ein Fehler unterlaufen, die Technik hat den Anforderungen standgehalten. Ich bin sehr zufrieden." Auch Chefmechaniker Frank Budde strahlte am Samstagabend und meinte: „So glatt wie es heute lief, kann es die ganze Saison laufen. Mein Lob gilt nicht nur den Fahrern, sondern auch meinen Mechanikern, die über den Winter wirklich sehr präzise gearbeitet haben."
Die drei Autos, ein neuer 997 Cup, ein 996 RS und ein 997 RSR mit 3,5 Litern bewältigten an beiden Testtagen mehrere Langstreckendistanzen schadlos. Auch Ausrutscher, wie beim letzten Test in Hockenheim, konnten die Fahrer vermeiden.
Michael Schratz, Teamchef und Fahrer in Personalunion, nutzte die zwei Tage, um sich weiter mit dem neuen 997 Cup anzufreunden. Schratz nach seinen Testrunden: „Der Wagen forderte einiges an Umstellung. Das Fahrwerk ist deutlich direkter und nervöser, was meinem Fahrstil jedoch entgegen kommt.
Anders jedoch die Bremse, an die ich mich erst gewöhnen muss. Ohne elektronische Helferlein ist jede Bremsung ein Tanz auf der Rasierklinge. Zwischen exzellent erwischtem und völlig daneben liegendem Bremspunkt mit blockierenden Rädern liegt nur ein Wimpernschlag." Die Freundschaft zwischen dem Teamchef und seinem neuen Auto festigte sich zusehends, und so wurden die Rundenzeiten auch immer besser.
Allerdings drehte Schratz nur sechs Runden, denn: „Mir war es wichtiger, dass meine Fahrer ausgiebig trainieren und testen und dabei die größtmögliche Unterstützung und beste Betreuung erhalten." Überdies wird Steam-Racing das neue Cup Auto voraussichtlich auch erst zum zweiten Rennen an den Start bringen, so dass noch genügend Testmöglichkeiten bleiben.

Eingespielte Teams
Zum ersten Rennen wird der Porsche 996 RS mit den Fahrern Steidel, Jauss und Kofoed seine Runden drehen. Schratz zu Fahrern und Fahrzeug: „Steidel und Kofoed kennen die Nordschleife sehr gut und konnten sich somit auf das Auto konzentrieren und wichtige Erkenntnisse zum Setup liefern. Michael Jauss drehte erstmalig mit einem echten Rennwagen seine Runde auf der Schleife.
Er kam mit der Situation schnell zurecht und konnte seine Rundenzeiten kontinuierlich verringern." Diese Besetzung wird die ganze Saison über auf dem Wagen fahren, so der Plan von Team und Fahrer.
Auch die Stammbesetzung des 997 RSR, Johannes Siegler und Dr. Jochen Herbst, drehten fleißig ihre Runden, um sich auf die ausstehenden zehn Rennen vorzubereiten. Der dritte sowie ein eventueller vierter Fahrerplatz wird wechselweise von den anderen Piloten besetzt, die nicht die gesamte Saison bestreiten wollen. Schratz zum Duo Siegler / Herbst:
„Johannes Siegler kennt die Nordschleife gut und muss sich nur an das neue Auto gewöhnen. Er kam schnell damit zurecht und konnte respektable Rundenzeiten abliefern. Dr. Herbst ist bereits im vergangenen Jahr bei uns Rennen gefahren und hat uns von seinem Können überzeugt. Auch er gewöhnte sich schnell an das neue Auto und ist von Runde zu Runde schneller geworden. Alles in allem sind wir mit dem Test sehr zufrieden, die Fahrerpaarungen haben sich eingespielt und an das jeweilige Fahrzeug gewöhnt. Ich denke, wir sind für die kommende Saison gut gewappnet."

Die Zuversicht von Michael Schratz drücken auch die Rundenzeiten aus: Alle Fahrer lagen deutlich unter ihren Zeiten aus der letzten Saison und waren entsprechend zufrieden. „Die Rundenzeiten sind von allen deutlich besser geworden. Das lässt hoffen, dass die neue Saison besser wird als die letzte.
Allerdings hat auch der Wettbewerb über den Winter fleißig und offensichtlich gut gearbeitet. Denn auch hier sind die Zeiten deutlich unter Vorjahresniveau. Echte Erkenntnis bringt uns jedoch nur das erste Rennen in knapp 14 Tagen."
- Redaktionsbüro Meuren, Fotos: BRfoto-
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