Das Rennen auf dem Nürnberger Norisring ist der Saisonhöhepunkt im ADAC Volkswagen Polo Cup und für den Youngster Elia Erhart gleichzeitig sein Heimspiel.
Der Norisring in Nürnberg: Stadtkurs, 2,3 Kilometer Streckenlänge, zwei Spitzkehren, eine S-Kurve, Mauerkontakt. Mit diesen Gegebenheiten setzt sich Elia Erhart an diesem Wochenende beim sechsten Wertungslauf zum ADAC Volkswagen Polo Cup auseinander.
Dazu kommen weitere Besonderheiten: Saisonhöhepunkt, Hitze, Heimrennen, Zuschauermengen, Medienaufmerksamkeit. All das bietet dem Röttenbacher eine Menge an Spannung. „Der Norisring hat sein ganz eigenes Flair", schwärmt er, stellt aber klar: „Was zählt, ist wie bei jedem anderen Rennen nur die Leistung im Rennen am Sonntag." Und darauf zielt die gesamte Vorbereitung seit dem letzten Rennwochenende auf dem EuroSpeedway Lausitz ab.
Die zwei Rennen im Mai will Elia Erhart am liebsten vergessen. Platz 13 am Samstag und nach einer nervenaufreibenden Kiesbettfahrt Rang 16 am Sonntag zeigten nicht seine wahre Leistung, die er noch im Zeittraining bewiesen hatte. Nun will der 20-jährige an seinen Aufwärtstrend der ersten drei Polo-Cup-Rennen im April anknüpfen. Beim Auftakt in Hockenheim belegte er Rang elf und in Oschersleben die Plätze zehn und neun. „Diese Steigerung möchte ich in Nürnberg fortsetzen", so das Ziel vom fränkischen Nachwuchsfahrer für das Saisonhighlight.
„Ich weiß, dass ich auf dem Norisring schnell bin", gibt Elia Erhart zu Protokoll. Das stimmt. Im vergangenen Jahr wurde er im freien Training Siebter und war zugleich bester Rookie. Beim Qualifying einige Stunden später änderten sich aber die Wetterbedingungen drastisch. Der Sportler vom heimischen "MotorSportClub Nürnberg" fiel sprichwörtlich ins kalte Wasser, da er erstmals mit einem Tourenwagen im Regen fuhr.
Er wurde auf Startplatz 17 gespült. Aufgrund der großen Unfallgefahr auf dem Nürnberger Stadtkurs war dies keine optimale Ausgangsposition für das Rennen. Die Bestätigung dafür kam am Sonntag: Einige Runden nach dem Start hatte der Volkswagen-Pilot Fremdkontakt mit einem Konkurrenten und musste daher das Rennen mit einer verbogenen Spurstange und somit auch schlechterem Fahrverhalten beenden.
Ungeachtet dessen überquerte Elia Erhart noch als Dreizehnter die Ziellinie. Er analysiert: „Dieses Jahr kann es theoretisch nur besser laufen, da ich mich zum einen nicht wieder in die Leitplanken drücken lasse und zum anderen im Vergleich zu 2007 mehr Erfahrung unter nassen Bedingungen habe."
Wie sich der junge Tourenwagenfahrer beim Highlight in der Franken-Metropole schlägt, werden über 140.000 erwartete Zuschauer auf den Tribünen beobachten, sowie seine Partner und Gäste, die den Pilot vom "ADAC Team Nordbayern" im idyllischen Fahrerlager am Dutzendteich besuchen. Die Startampel für das Polo-Cup-Rennen schaltet Sonntagmorgen um neun Uhr auf grün.
Es lohnt sich also früh aufzustehen, damit Sie das hart umkämpfte und garantiert spannende sechste Saisonrennen nicht verpassen. Wer dieses lieber im Fernsehen verfolgen möchte, wird bestens versorgt. Der Lauf auf dem Norisring wird am Sonntag ab 17.00 Uhr als Aufzeichnung auf "Premiere" und ab 18.00 Uhr als Zusammenfassung auf "DSF" wie gewohnt übertragen.
Startschuss fiel am letzten Wochenende
Auf das Norisring-Rennwochenende wurde bereits am vergangenem Samstag und Sonntag (21./22. Juni) bei Elia Erharts Partner "Auto Kraus" eingeheizt. Das Spalter Autohaus lud zum Tag der offenen Tür und der Röttenbacher Nachwuchsfahrer stimmte dabei die zahlreich gekommenen Besucher mit seinem roten Renn-Polo auf das sechste Saisonrennen in Nürnberg ein.
Spannung, Zweikämpfe und schnelle Rundenzeiten gab es auf der aufgebauten Kartbahn, auf der man sich mit Elia Erhart messen konnte. „Die Veranstaltung machte sehr viel Spaß. Der Motorsport und "Auto Kraus" wurden hervorragend präsentiert", freut sich der 20-jährige. „Jetzt kann ich das Norisring-Rennen kaum noch erwarten."
Extra: Eine Runde auf dem Norisring mit Elia Erhart
Das Layout des Norisrings sieht mit drei Geraden, zwei Spitzkehren und einer S-Kurve zunächst einfach aus, es ist aber ein äußerst schwieriger Kurs. Elia Erhart erklärt Ihnen warum.
Die Anfahrt zur Grundig-Kehre erfolgt mit hoher Geschwindigkeit in einem leichten Rechtsbogen. Nicht ganz einfach, denn man muss versuchen das Fahrzeug möglichst weit rechts zu platzieren. Problem hierbei sind die Unebenheiten und Schlaglöcher auf dieser Seite: Dort besteht dann die Gefahr, dass die Räder blockieren. Danach ist es wichtig den richtigen Einlenkpunkt zu treffen. Durchfahren wird die Kurve im zweiten Gang. Am Kurvenausgang fährt man direkt bis an die Leitplanke. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Seitenspiegel verloren geht. Dann wird in Richtung S-Kurve hoch beschleunigt bis in den vierten Gang.
Die Bremszone der S-Kurve ist sehr wellig. Das Fahrzeug sauber in die Rechtskurve hereinzubekommen ist schwierig. Wenn man meint, dass man die Leitplanke berührt, ist es meist die beste Linie. Bei zu viel Abstand verliert man Zeit. Auch beim Umlegen von der Rechts- in die Linkskurve visiert man die linke Leitplanke an, um dann schon vor dem Scheitelpunkt auf das Gas zu gehen und möglichst viel Schwung mit auf die Gerade zu nehmen. Dabei lässt man sich am Kurvenausgang auf den Betonplatten möglichst nah an die Mauer hinaustragen, ohne sie zu berühren. Auf der Gegengerade schaltet man vom dritten bis in den fünften Gang.
Die Anfahrt der Dutzendteich-Kehre ist ein Rechtsbogen, der zwar mit Vollgas geht, sich aber kompliziert gestaltet. Man muss das Auto für den Bremspunkt sehr früh positionieren, damit es wegen der enormen Bodenwellen optimal verzögert. Danach ist es deshalb auch besonders schwer den exakten Einlenkpunkt zu finden. Wenn das dennoch gelingt, geht man wieder möglichst früh auf das Gas, um viel Schwung mit auf die lange Start-Ziel-Gerade zu nehmen.
Wenn nun eine optimale Runde gelungen ist und nichts außer dem rechten Außenspiegel verloren ging, sind bei trockenen Bedingungen Rundenzeiten von bis zu 63 Sekunden möglich.

Der Zeitplan vor Ort
Samstag, 28. Juni 2008
08.00 – 08.30 Uhr Freies Training
15.45 – 16.15 Uhr Qualifying
Sonntag, 29. Juni 2008
09.00 – 09.30 Uhr Rennen
Der Meisterschaftsstand:
1 Shane Williams / ZA 164 17 17 60 48 22
2 Alexander Rambow / D 162 24 30 34 14 60
3 Andreas Simonsen / S 148 20 20 48 40 20
4 Thor Qualmann / DK 136 14 14 0 60 48
5 Sebastian Voges / D 130 13 13 40 24 40
6 Niclas Olsson / S 112 30 24 0 30 28
7 Maciej Steinhof / PL 110 16 16 28 32 18
8 Heiko Gerth / D 105 11 8 20 34 32
9 Stefan Kolb / D 87 15 12 32 28 0
10 Max Sandritter / D 85 3 4 22 26 30
11 Ole Holzkamm / D 75 0 7 16 18 34
12 Elia Erhart / D 71 10 11 24 16 10
13 Jörg Schriek / D 60 9 9 30 12 0
14 Ignacio Espinosa / PE 58 0 10 26 22 0
15 Nils Mierschke / D 53 5 2 12 8 26
16 Kennie Frydkjær Jensen / DK 52 8 6 8 6 24
17 Marius Slabosevicius / LT 47 12 15 0 20 0
18 Felix Tigges / D 41 7 0 18 0 16
19 Thomas Micanek / CZ 25 4 3 14 4 0
20 Florian Spengler / D 18 1 1 2 2 12
21 Matthias Gamauf / A 18 2 0 6 10 0
22 Michael Schöch / A 15 0 5 10 0 0
23 Vivien Volk / D 14 0 0 0 0 14
24 Dominik Preuß / D 6 6 0 0 0 0
25 Maximilian Karsten / D 4 0 0 4 0 0
www.elia-erhart.de
- Konstantin Hager- auch Photos