
Trotz Problemen in der Vorbereitung kämpfte sich Andreas Wirth in Houston (Texas) ganz nach vorne und machte seinen zweiten Sieg im zweiten Rennen der Champ Car Atlantic Serie perfekt. Ein Erfolg, den es in dieser Serie seit 14 Jahren nicht mehr gab.
Von Platz zwei startend, übernahm Wirth schon in der Frühphase des spannungsreichen Rennens nach einem Bilderbuch-Manöver die Führung von Raphael Matos. Dabei lief das Qualifying nicht gerade optimal: „An diesem Wochenende hatten wir einige Probleme. Es war so viel Verkehr auf der Strecke, dass es einfach unmöglich war, die perfekte Runde auf die Strecke zu bringen. Dazu ständig die roten Flaggen. Es war schon enttäuschend für mich", resümiert der 21-Jährige die Qualifikation.
Der Rennstart war aber perfekt und Andreas Wirth konnte sich gleich nach vorne schieben und ab Rennmitte den Abstand zum Zweitplatzierten vergrößern. Erhöhter Reifendruck bedeutete für ihn aber, früher bremsen zu müssen. „Mit dem erhöhten Reifendruck waren schnelle Rundenzeiten unmöglich und ich büßte gleich zwei Positionen ein. Ich dachte, das war’s", so Andreas
Wirth.
Dann aber zahlte sich Wirths Geduld und Erfahrung aus: Er blieb an den beiden Führenden dran und nutzte eiskalt seine Chance nach der fünften Gelbphase dieses turbulenten Rennens. Nach dem letzten Neustart konnte er wieder mit den Führenden mithalten und profitierte von dem harten Duell von Matos und Rahal, die sich in der Schikane der Kurve 1 berührten. Kaltschnäuzig hielt er sich bis zum Ende des Rennens den Rest des Feldes vom Leib. Mit 5,542 Sekunden Vorsprung vor seinen Herausforderern Simon Pagenaud und dem drittplatzierten Jonathan Bomarito sah er die schwarz-weiß karierte Flagge.
„Es war einfach fantastisch, hier in Houston zu gewinnen! Ich sah den Zweikampf der beiden und wusste: Jetzt passiert es. Und ich nutzte diese Chance. Da hatte ich Glück, denn ohne dieses Manöver der beiden hätte es wohl schlechter ausgesehen. Was soll ich sagen? Zwei Siege in zwei Rennen – so einen guten Start hatte ich noch nie. Jetzt heißt es, dieses Level zu halten. Und ich weiß: Mit diesem Team ist das möglich. Jetzt kann ich ohne Druck in das Rennen von Monterrey gehen", so ein überglücklicher Wirth, den das Publikum in Houston mit großer Begeisterung feierte.
Mit einem Punktestand von 65 Punkten und einem Vorsprung von 14 Zählern machte Andreas Wirth eine wichtigen Schritt in Richtung Gesamtsieg und präsentierte sich als der beste Fahrer des favorisierten vierköpfigen Forsythe Racing Teams.
Das nächste Rennen der Champ Car Atlantic Serie findet am 21. Mai 2006 in Monterrey (Mexico) statt.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.champcaratlantic.com/ oder http://www.andreaswirth.com/
- Steffen Steinel -