Position 5 und die erste Punkte, das Podium gleich 2mal zum Greifen nah

Position 5 und die erste Punkte, das Podium gleich 2mal zum Greifen nah

17.06.2011: Rennbericht ADAC-GT-Masters in Zolder, Belgien Wieder eine Rennstrecke mit der ich noch keine Bekanntschaft gemacht habe. Donnerstag morgens mache ich mich, mit meinem Kumpel Pati

Rennbericht ADAC-GT-Masters in Zolder, Belgien




Wieder eine Rennstrecke mit der ich noch keine Bekanntschaft gemacht habe. Donnerstag morgens mache ich mich, mit meinem Kumpel Pati, auf den Weg nach Belgien. Die Anreise zieht sich wie Kaugummi und wir kommen erst gegen Abend an. Um mir die Strecke noch anzuschauen machten wir uns gleich mal auf zum Rennplatz, damit ich noch Zeit für eine Begehung habe.


Zum Glück ist Stefan Brammen von „7even emotorbikes & parts“, der uns zu jedem Rennen 2 Fahrräder mit Elektromotor zur Verfügung stellt, (übrigens voll die coolen Teile) schon vor Ort und somit wurde aus der Strecken Begehung eine Befahrung.


Zolder gefiel mir von Anfang an - schnelle Passagen die Mut erfordern, Stop – and – Go Abschnitte durch Schikanen, die keinen Fehler erlauben.




Die Strecke ist recht eng, wie Monaco durch den Wald..., Auslaufzonen sind kaum vorhanden, die Leitplanken gleich neben der Strecke, somit sollte man  einen Abflug hier möglichst vermeiden, ansonsten kann man das Auto anschließend nur noch zum Kilopreis verkaufen.



Freie Trainings:


Freitag Vormittag ging es los. Der Himmel war bewölkt, aber es war trocken.


Das Setup, was in Navarra schon super funktionierte, konnten wir hier voll verwenden und das Auto lag auf Anhieb klasse. Mein Fahrerkollege David Mengesdorf ging als erster hinaus und konnte auf Anhieb schnelle Zeiten fahren.


Nach ca. 35 Minuten wechselte ich dann ins Cockpit, aber nach ein paar Runden wurde die Session wegen eines Unfalls für 10 Minuten unterbrochen. Danach blieben mir leider auch nur noch ein paar Runden bis zum Ende, doch die Strecke macht super viel Spaß und ich war schon gleich mal an den Zeiten von David dran, der die Strecke noch aus seiner Formel BMW-Zeit kannte und mir somit wertvolle Tips geben konnte.


Mit Position 8 am Ende war das schon mal ein super Anfang.




Für das 2. freie Training entschieden wir uns für kürzere Stints mit häufigeren Fahrerwechseln. Ich begann die erste Sitzung und fühlte mich von Runde zu Runde wohler in meinem Lamborghini.


Mit neuen Rädern konnte ich gleich mal eine Zeit setzten, die uns am Ende dieses Trainings auf den 5. Platz spülte. Das machte natürlich Hoffnung aufs Zeittraining, diesmal weit nach vorne zu kommen.




Zeittraining:


Am Freitag Abend dann das Zeittraining. Und dann ... - genau 5 Minuten vor dem Start – wie sollte es auch anders sein – fing es voll an zu schütten.


In der kurzen Zeit und mit „Daumen mal Pi“ Umbauten wurde David als Erster rausgeschickt. Das Auto lag nicht besonders, dennoch konnte David nach 20 Minuten einen 16. Platz auf nun schon wieder abdrocknender Strecke verzeichnen.


Nach der 10 minütigen Pause durfte ich dann raus. Der Regen hatte zwischenzeitlich  aufgehört und das  Fahrverhalten des Lamborghini war mit den Regenreifen grauenvoll, ich „eierte“ nur rum. Viele Teams entschieden sich – etwa nach Halbzeit – auf Slicks zu wechseln.


Mein Team befand es zu diesem Zeitpunkt zu riskant und mit zunehmend trocken werdendem Asphalt, war ich chancenlos, mit meiner Konkurrenz mitzuhalten. Die flogen mir nur so um die Ohren. Endresultat: Start im Sonntags - Rennen von Position 26 aus , voll verzockt.
 



Rennen 1:


Samstag, 10.30 Uhr, 8.Startreihe, 16. Startplatz.



Das Wetter hatte sich wieder beruhigt und es war trocken. Wissend, dass wir im Trockenen gut bestellt sind, war die Freude auf das 1stündige Rennen sehr groß.


David fuhr die erste Rennhälfte. Alles lief nach Plan. Das Auto war perfekt, der notwendige Speed war da. Runde für Runde ging es nach vorne, tolle Überholmanöver – ohne Ohren am Kopf, hätten wir „rundum“ gegrinst. Ich konnte es kaum noch erwarten, das Auto übernehmen zu dürfen. Nach etwa 30 Minuten wurde David, inzwischen durch die schon beginnenden Boxenstopps auf Platz 4 vorgefahren, reingeholt. Der Fahrerwechsel war perfekt – vielleicht  zu perfekt.



Der, für alle vorgeschriebene Boxenstop, darf, mit Einfahrt in die Boxengasse, Standzeit mit Fahrerwechsel, Boxenausfahrt, eine Zeit von 1 Minute und 10 Sekunden in Zolder nicht unterschreiten.


Dieses Zeitfenster richtig einzuhalten ist schwierig – ich als Fahrer die Zeit auf eine Sekunde genau im Fahrzeug, durch betätigen einer Stoppuhr  während ich mit vollem Speed in die Box einfahre, ab einer gewissen Linie den Speedlimiter betätigen muss, damit ich die vorgeschriebenen max. 60 km/h nicht überschreite, zur gleichen Zeit mich auch schon abschnalle damit der Fahrerwechsel schneller geht – alles viel zu ungenau.


Also haben wir schon in den freien Trainingssitzungen erarbeitet, dass, mit Einfahrt in die Box und Ausfahrt, eine Standzeit von 44 Sekunden nötig ist, um die geforderte Zeit mit einer Sicherheit von 2 Sekunden einzuhalten.


Also, wie gesagt, David kam rein, stieg aus, ich stieg ein, von einem Mechaniker bekam ich das Zeichen zum losfahren. Die dennoch im Lamborghini mitlaufende Stoppuhr, zeigte mir eine relativ niedrige Zeit an. Sicherheitshalber schlich ich mit 40 km/h durch die Boxengasse, langsamer darf ich auch nicht, sonst hagelt es eine Strafe. Ich war mir nicht sicher bei der Boxenausfahrt ob es korrekt geklappt hat.


Anfangs lag ich auf Rang 7, nachdem dann aber alle ihren Pflichtstopp abgesessen hatten, war es wieder der 4. Platz. Ich konnte noch ein Fahrzeug überholen und mich deutlich von Ihm absetzen, somit lagen wir auf einem sicheren Podestplatz den ich nur noch nach Hause fahren musste.



Doch dann die kam  von meinem Team die Hiobsbotschaft, dass ich für eine Stop – and – Go – Strafe, die Box erneut aufsuchen müsse, warum könnt ihr euch ja denken, 0,7 Zehntel zu schnell beim Boxenstopp.., Tja – das war es dann.


Ich fiel bis ins hintere Drittel des Fahrerfeldes zurück, meine Kragenweite war XXXXL. Ich konnte wieder bis auf Rang 17 vorfahren und hatte auf der Start-Ziel Geraden einen Mercedes vor mir. Ich war viel schneller und wollte ihn links überholen – er warf mir die Türe zu, ja gut dann zog ich nach rechts – „überholste ihn halt außen rum“ – er warf mir wieder die Türe zu, also doch innen überholen –  auch dies wollte mein Vordermann verhindern und zog mir wieder vor das Auto und dann war die Kollision nicht mehr zu verhindern und wir drehten uns beide ins Kiesbett.



Vom „Podest-Platz Besteiger“ zum Zuschauer deklariert. Ich dachte mir nur, sooo ne Sch... 





Rennen 2:

Sonntag, 12.00 Uhr, 13. Startreihe, 26. Startplatz.




Einen großen Teil der Enttäuschung vom Vortag konnte ich „wegschlafen“, dennoch war uns klar, dass das heute nicht wirklich einfacher wird, da wir ja von viel weiter hinten ins Rennen gehen.



Entgegen dem ersten Lauf am Samstag, wurde hier der Start wieder einmal mit einem sehr stark auseinander gezogenen Starterfeld freigegeben. Da wartet man dann sehnlichst auf den Funkspruch, dass die Ampel grün ist, denn sehen kann man sie nicht. Der Start war dennoch recht gut, hier hinten verlief alles sehr diszipliniert.


Doch vorne hatte es gekracht. Da die beschädigten Fahrzeuge geborgen werden mussten, kam das Safety-Car zum Einsatz. 5 lange Runden in langsamer Fahrt und absolutes Überholverbot. Das gefiel mir natürlich nicht, da ich mir meines starken Lamborghini bewusst war.



In der 6. Runde dann endlich wieder freie Fahrt und es ging Platz um Platz nach vorne, die Strichliste der Überholten wurde immer länger. Kurz vor Rennhalbzeit fand ich mich in der vorderen Hälfte wieder und übergab das Auto auf Platz 11. Die Boxenstoppzeit betrug dieses mal 1 Minute und 16,8 Sekunden – wir sind heute auf Nummer sicher gegangen.


David musste nun seine Aufgabe antreten und die erledigte er richtig gut. Der Kurs ging weiter nach vorne. Etwa 5 Minuten vor Rennende lagen wir schon auf Platz 5, aber der Abstand zum 3.und 4.Plazierten war  sehr groß und es zeichnete sich ab, dass mehr nicht drin sein wird. David schaffte es noch den Abstand auf 2 Sekunden zu verringern, aber leider war die Rennzeit abgelaufen.


Ohne das Safety-Car und die diesmal sehr großzügige Pit-Stopp-Zeit, wäre vielleicht......



Egal, wir waren natürlich mit dem erzielten 5. Platz sehr zufrieden und wurden mit den ersten Saisonpunkten belohnt.


Danke ans Team, das Auto war im Trockenen sehr gut. Wir haben es auch geschafft den Reifenverschleiß so zu minimieren um auch am Ende der langen Distanz von 1 Stunde noch sehr gute Zeiten fahren zu können, wenns so weitergeht kommt das Podest von ganz alleine.


Bis zum nächsten Rennen am Nürburgring sind es wieder 4 Wochen. Wir werden zwischenzeitlich testen , auch das mit dem Boxenstopp üben, sowie an dem einen oder anderen Testtag „Regen bestellen“, damit wir auch hier künftig top vorbereitet sind.

 

 

Bis bald


Euer Dennis

 

 

Photos by Marco Knisse automobilsport.com

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17.06.2011 / MaP

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