Himmel und Hölle in Imola

Himmel und Hölle in Imola

29.05.2010: Als dritte Station im Rennkalender der International GT Open gastierte der Rennzirkus am vergangenen Wochenende im sonnigen Italien. Nur 80 km vom Ferrari-Stammsitz in Maranello entfernt, liegt das Autodromo Enzo e Dino Ferrari, auf der bis zum Jahr 2006

Als dritte Station im Rennkalender der International GT Open gastierte der Rennzirkus am vergangenen Wochenende im sonnigen Italien. Nur 80 km vom Ferrari-Stammsitz in Maranello entfernt, liegt das  Autodromo Enzo e Dino Ferrari, auf der bis zum Jahr 2006 der Große Preis von San Marino stattfand.





Freie Trainings & Qualifying


Noch vor dem Rennwochenende war eine Neueinstufung vom offiziellen „Balance of Performance“-Büro beim Team eingegangen, was zur Folge hatte, daß bei allen Ferrari‘s der Unterboden höher gesetzt werden mußte. Die Setup-Erkenntnisse vom Test in Imola Anfang April wurden somit zur Makulatur und  die Freitagstrainings daher verstärkt für die Einstellung der Fahrzeuge genutzt. Der Lohn für die harte Arbeit: Freddy Kremer fuhr im 1. Qualifying eine Fabelzeit von 1.48.560 und stellte den Nr.67-Ferrari auf den sechsten Startplatz.

Teamkollege Brian Lavio war in seinem Qualifying am Mittag auf dem besten Weg Bestzeit zu fahren, als er in seiner schnellsten Runde von einem GT2-Renner behindert wurde und mit einer Zeit von 1.47.536 ebenfalls den 6. Startplatz erreichte. Gegen Ende des Qualifyings rapportierte Brian Lavio Probleme mit dem Getriebe und an der Brems-Balance, für das anstehende erste Rennen am Nachmittag keine guten Aussichten.

Rennen 1 und 2

Für das ersten Rennen am Samstag Nachmittag hatten die Kessel-Mechaniker am Ferrari von Kremer-Lavio alles überprüft und Freddy Kremer schickte sich an die Mission Top 5 anzugehen. Doch schon in der Aufwärm-runde kündigten sich die ersten Probleme an. Flugs mußten die Mechaniker noch in der Startaufstellung die Drosselklappe wechseln. Am Start ging es sehr turbulent zu und Kremer übte sich in Zurückhaltung, um nicht getroffen zu werden. Daher kam er aus der ersten Runde als Neunter zurück, kämpfte sich aber bis in Runde 7 auf Platz 5 vor.

Dann traten erneut Probleme mit dem Getriebe auf  und Freddy Kremer mußte die Box ansteuern. Nach 4 Minuten Standzeit schickte das Team Freddy Kremer wieder auf die Strecke, der Ferrari schien wieder ordnungsgemäß zu laufen. An achter Stelle liegend kam Kremer 3 Runden später zum obligatorischen Boxenstopp herein und übergab an Brian Lavio. Doch auch er wurde von Pech verfolgt. 16 Minuten vor Schluß mußte der Schweizer die Box aufsuchen und den Ferrari abstellen. Trotzdem wurde das Fahrerduo noch auf Position acht gewertet.

Einen Doppelsieg für Loris Kessel, den am vergangenen Samstag viel zu früh verstorbenen Teamchef, fuhren die beiden anderen Kessel-Ferrari mit Stefan Livo-Lorenzo Bontempelli und Pedro Couceiro-Marco Frezza ein. Der GT2-Renner des Teams mit dem Austro-Schweizer Philip Peter und dem Polen Michael Broniszewski am Steuer wurde Fünfter.
 
Rennen Nr. 2 wurde am Sonntag Mittag um 14.00 Uhr gestartet. Die ganze Nacht hatten die Kessel-Mechaniker das Getriebe gewechselt und die Bremsanlage vom Öl gereinigt, welches ein geplatzter Schlauch an der Servo-Pumpe großzügig darüber verteilt hatte. Beim ersten Aufwärmtraining der Saison am Sonntag Morgen lief der  Ferrari 430 GT3 Scuderia wieder einwandfrei.

Bei annähernd 28 Grad im Schatten fuhr das Feld unmittelbar nach dem Start auf die erste Kurve zu. Aus nicht erkennbarem Grund scherte der Aston Martin des Villois Team plötzlich nach links aus, traf den sich dort befindlichen Audi R8 mit Marcel Tiemann am Steuer und beförderte diesen durchs Kiesbett an die Mauer. Die Wucht des Aufpralls war so groß, daß der R8 zurück auf die Strecke geschleudert wurde, dort derart mit einen Porsche zusammenstieß, daß dieser links in die Mauer einschlug.

Dabei wurde der Audi-Fahrer Tiemann so schwer verletzt daß er direkt ins Krankenhaus nach Bologna geflogen wurde. Sofort wurde das  Rennen unterbrochen und die Boliden auf der Start-Ziel-Gerade gestoppt. Nach einer 20minütigen Unterbrechung ging es weiter, da die Rennzeit aber weiterlief, wurde schon nach drei Minuten das Boxenstoppfenster geöffnet.

Das Team ließ den Startfahrer Brian Lavio bis fast zum Ende der Boxenstoppzeit noch im Rennen und wechselte nach 7 Runden auf Freddy Kremer. Kremer, der den Ferrari an achter Position übernommen hatte, kämpfte sich in der verbleibenden Restzeit noch zwei Plätze nach vorne und belegte zum Schluß Platz 6.

Unter den gegebenen Umständen ein annehmbares Ergebnis, denn die Resultate am Wochenende haben gezeigt, daß ein Platz unter den ersten fünf durchaus machbar ist. Hätte der Getriebdefekt am Samstag das Fahrerduo nicht so massiv behindert, wäre sogar ein Podiumsplatz in greifbare Nähe gerückt.

Für das nächste Rennen in Spa, rechnet sich Freddy Kremer auf jeden Fall eine Plazierung unter den Top 5 aus – die Mission geht weiter!!!

Auch im zweiten Rennen konnte sich das Kessel Racing Team über Podestplätze freuen. Das GT2-Duo Peter/Broniszewski wurden Dritter in der Super-GT-Wertung, die Italiener Livio-Bontempelli Zweiter in der GT3-Kategorie.


- Kremer Racing AG, Marghitta Nachtigall -  Photo Kremer Racing

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29.05.2010 / MaP

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