Formula1 -  MICHELIN Vorschau auf den Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours

Formula1 -  MICHELIN Vorschau auf den Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours

11.07.2006: Formula1 -  MICHELIN Vorschau auf den Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours

11. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft
Der GP von Frankreich aus der Sicht von Michelin
Der GP von Frankreich aus der Sicht der Partner
Das erwarten die Michelin Partner
Rückblick: So lief der Große Preis von Frankreich 2005
Statistisches


Michelin will historischen Grand Prix-Sieg wiederholen

Alles klar zum Heimspiel: Nach den beiden Übersee-Rennen in Montréal und Indianapolis kehrt die Formel 1 am kommenden Wochenende nach Europa zurück. Der Große Preis von Frankreich in Magny-Cours besitzt für Reifen-spezialist Michelin eine besondere Bedeutung: Die Konzernzentrale in Clermont-Ferrand liegt lediglich 150 Kilometer entfernt. Schon aus diesem Grunde brennt das Traditionsunternehmen auf eine Revanche für den Grand Prix der USA und strebt vor eigenem Publikum beim elften Saisonlauf den achten Sieg an.

Will in Frankreich seinen WM-Vorsprung ausbauen: Michelin-Partner und Renault-Pilot Fernando Alonso.

So nah und doch so fern: Obwohl der „Circuit de Nevers" für Formel 1-Verhältnisse praktisch vor der Haustür der Rennabteilung von Michelin liegt, kennen sich die Reifenspezialisten der französischen Marke auf dem topfebenen Parcours keinesfalls besser aus als auf den meisten anderen Grand Prix-Strecken – Magny-Cours gehört nicht zu jenen Pisten, auf denen die Königsklasse des Motorsports regelmäßig testet. Seit 1991 schlägt der WM-Zirkus seine Zelte im Departement Nevers auf, das für seine ländliche Charakteristik bekannt ist. Damit fanden 15 der 55 Großen Preise von Frankreich auf diesem 4,411 Kilometer langen Asphalt-Band statt, während die Formel 1 zuvor in Le Castellet bzw. Paul Ricard (14x), Reims (11x), Rouen (5x), Dijon-Prenois (5x) Clermont-Ferrand (4x) und auf dem „Circuit Bugatti" in Le Mans (1x) gastierte.

1979 durfte Michelin als Partner des Renault-Piloten Jean-Pierre Jabouille den ersten Sieg bei einem Grand Prix von Frankreich feiern – zugleich der erste Erfolg eines turbogetriebenen Formel 1-Rennwagens in der Geschichte dieses Sports. Seither gewann der Reifenspezialist sein Heimrennen sechs weitere Male: 1981 und 1983 (Alain Prost, Renault), 1982 (René Arnoux, Renault), 1984 (Niki Lauda, McLaren TAG turbo), 2003 (Ralf Schumacher, Williams-BMW) und 2005 (Fernando Alonso, Renault).

 

Der Große Preis von Frankreich aus der Sicht von Michelin

Sinnt auf Revanche nach der Nullrunde von Indy: Kimi Räikkönen wartet mit seinem Michelin-bereiften McLaren-Mercedes auf den ersten Saisonsieg.

„Wir wollen in Magny-Cours wieder an unsere Erfolgssträhne anknüpfen", betont Nick Shorrock, Chef des Formel 1-Engagements von Michelin. „Da der ,Circuit de Nevers‘ zu den besonders ebenen Strecken zählt, setzen unsere Partner auf eine überdurchschnittlich geringe Bodenfreiheit und besonders straffe Fahrwerksabstimmungen. Die lang gestrecke 180-Grad-Rechtskurve am Ende der Start-Ziel-Geraden, Estoril genannt, stellt die Pneus in puncto Ausdauer auf eine harte Probe. Für die engen und langsameren Passagen im weiteren Verlauf kommt es speziell auf eine gute Traktion an."

Welche Strategien erwartet Shorrock für das Rennen? „Die vergleichsweise kurze Boxengasse und der dadurch reduzierte Zeitaufwand für Tankstopps wird die Rennstrategie einmal mehr beeinflussen", so der Michelin Experte. „Zudem kann das Wetter in Nevers von einem auf den anderen Tag umschlagen. Sollte es regnen, freuen wir uns bereits darauf, erstmals unsere neu entwickelten Regen-Rennreifen einsetzen zu können."

 

Der Große Preis von Frankreich aus der Perspektive der Michelin Partner

Klar im Aufwärtstrend: Michelin-Partner BMW Sauber F1 und Jacques Villeneuve .

„Die Auswahl der richtigen Rennreifen stellt uns Ingenieure in Magny-Cours vor eine besondere Herausforderung", erläutert Pat Symonds, Chefingenieur des Renault F1 Teams. „Die Asphalt-Temperatur kann sich in Abhängigkeit zu den vorherrschenden Bedingungen schnell ändern. Im Laufe des Grand Prix-Wochenendes passiert es schnell, dass die Pneus plötzlich nicht mehr in ihrem optimalen Temperaturfenster arbeiten. Dies bedeutet für uns, dass wir einen Rennreifen benötigen, der über eine breitere Spanne perfekt funktioniert. Angesichts der zahlreichen Beschleunigungsmanöver aus langsamen Kurven heraus müssen wir dabei speziell den Verschleiß an der Hinterachse im Blick behalten.

Gemeinsam mit Michelin haben wir bei Testfahrten in Jerez intensiv daran gearbeitet, die richtigen Pneus für den bevorstehenden Saisonlauf herauszuarbeiten. Dies betrifft die eher aus dem mittelharten Spektrum stammende Laufflächenmischung ebenso wie die Konstruktion des Reifens. Ich bin mir sicher, dass wir wieder mit konkurrenzfähigen Pneus an den Start gehen werden. Zumal der diesjährige Große Preis von Frankreich sowohl für Michelin als auch für Renault ein Meilenstein in der eigenen Geschichte wie auch in der Historie des Motorsports darstellt: 1906 hat Renault mit einem Michelin-bereiften Rennwagen in Le Mans den allerersten Grand Prix überhaupt gewonnen – ein Erfolg, den wir 100 Jahre später wiederholen wollen."

„ Magny-Cours bietet eine interessante Mischung aus langsamen und schnellen Kurven", urteilt Willy Rampf, Technischer Direktor Chassis des BMW Sauber F1 Teams. „In der Adelaide-Haarnadel bremsen die Piloten von 300 km/h auf 60 km/h hinunter. Langsam ist auch die Rechts- Links-Kombination vor Start und Ziel. Diese Kurven stellen hohe Anforderungen an die Traktion. Im Gegensatz dazu stehen die schnellen Wechselkurven im mittleren Streckenabschnitt. Vor allem in den langsamen Passagen werden die hinteren Pneus stark beansprucht.

Die Reifenabnutzung spielt deshalb eine zentrale Rolle bei der Wahl der optimalen Boxenstrategie. Sowohl zwei als auch drei Stopps sind echte Alternativen. Magny-Cours ist die Strecke mit dem glattesten Belag, was man bei der Abstimmung des Autos entsprechend berücksichtigt. Zusätzlich reagiert die Strecke sehr sensibel auf Temperaturschwankungen: Ein Set-up, das am Morgen passt, ist am Nachmittag kaum mehr optimal."

 

Das erwarten die Michelin Partner

Geheimfavoriten: Jenson Button am Steuer seines Michelin-bereiften Honda.

Das Renault F1 Team will in Magny-Cours den Vorjahreserfolg von Fernando Alonso wiederholen und seine Führung in beiden WM-Wertungen weiter ausbauen. Dafür steht dem amtierenden Weltmeister vor eigenem Publikum jene Ausbaustufe des RS26-Achtzylinders zur Verfügung, der bereits – wenn auch noch in leicht leistungsreduzierter Version – im Heck des Renault R26 von Giancarlo Fisichella bereits in den USA ihr Debüt gegeben hat. Motoreningenieur Denis Chevrier: „In Magny-Cours wollen wir das ganze Potenzial dieses Aggregats abrufen."

McLaren-Mercedes will sich im Vergleich zum Vorjahr – als Kimi Räikkönen hinter Alonso den zweiten Platz belegte – um eine Position verbessern und nach der Nullrunde von Indianapolis wieder ein messbares Ergebnis einfahren. Für Juan Pablo Montoya wird es vorerst der letzte Grand Prix von Frankreich sein: Der Kolumbianer hat zum Jahresende seinen Wechsel in die US-amerikanische NASCAR-Serie angekündigt.

Möchte sich mit Punkte-Resultaten für die kommende Saison empfehlen: Michelin-Partner Christian Klien am Steuer seines Red Bull-Ferrari.

Das Honda Racing F1 Team kehrt nach den ermutigenden Vorstellungen in der Neuen Welt hoffnungsvoll nach Europa zurück. „Wir hoffen, daass uns die Neuentwicklungen, die wir in der vergangenen Woche in Jerez getestet haben, einige Verbesserungen bringen werden", so Sportdirektor Gil de Ferran. „Wir wollen erneut wertvolle Punkte sichern – und dieses Mal mit beiden Fahrern."

Das BMW Sauber F1 Team reist optimistisch gen Nevers: „Der französische Grand Prix war im vergangenen Jahr eines unserer besten Rennen", erinnert sich Jacques Villeneuve. „Derzeit ist unser Auto stark. Die Strecke bereit großen Fahrspaß." BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: „Ziel ist es, erneut mit beiden Autos in das Top-Ten-Qualifying zu kommen und im Rennen Punkte zu sammeln."

Red Bull Racing peilt in Frankreich einmal mehr ein Top-Acht-Resultat an, während die Scuderia Toro Rosso das Magny-Cours-Rennen besonders motiviert in Angriff nimmt: Das Red-Bull-Juniorteam feierte in Indy den ersten WM-Punkt in der noch jungen Geschichte dieses Rennstalls.

 

Rückblick: So lief der Große Preis von Frankreich 2005

An der Reihe: Sein Teamkollege hat bereits den ersten WM-Punkt errungen, jetzt peilt auch Scott Speed den Sprung unter die ersten Acht an.

Die WM-Favoriten meldeten sich eindrucksvoll zurück: Beim Heimrennen seines Arbeitgebers Renault F1 lieferte Fernando Alonso einen Beweis seiner fahrerischen Klasse, der Stärke des Renault R25 und der Leistungsfähigkeit seiner Michelin Pneus. Der Spanier baute mit einem nie gefährdeten Sieg seine WM-Führung aus.

Als Mann des Rennens sahen viele den zweitplatzierten McLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen, der nach einem Motorwechsel nur von Rang 13 starten durfte, sich aber mit ultraschnellen Runden bis auf den zweiten Rang nach vorn arbeitete. Besonders erfreulich aus Sicht von Michelin: Fünf der sieben Partnerteams sammelten in Frankreich WM-Punkte, und sieben der acht punktberechtigten Plätze gingen an Michelin-Piloten.

 

Statistisches

Großer Preis von Frankreich, Circuit de Nevers, Magny-Cours (F), 11. Lauf zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2006 (16. Juli 2006); Renndistanz: 70 Runden à 4,411 km = 308,586 km.

 

Vorjahresergebnis:

1. Fernando Alonso Renault M 1:31.22,233 3 Boxenstopps
2. Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes M 11,805 s zurück 2 Boxenstopps
3. Michael Schumacher Ferrari 1.21,914 min zurück 3 Boxenstopps
4. Jenson Button BAR-Honda M 1 Runde zurück 2 Boxenstopps
5. Jarno Trulli Toyota 1 Runde zurück 2 Boxenstopps
6. Giancarlo Fisichella Renault M 1 Runde zurück 3 Boxenstopps
7. Ralf Schumacher Toyota M 1 Runde zurück 2 Boxenstopps
8. Jacques Villeneuve Sauber-Petronas M 1 Runde zurück 2 Boxenstopps
9. Rubens Barrichello Ferrari 1 Runde zurück 3 Boxenstopps
10. David Coulthard Red Bull-Cosworth M 1 Runde zurück 3 Boxenstopps
11. Takuma Sato BAR-Honda M 1 Runde zurück 3 Boxenstopps
12. Mark Webber Williams-BMW M 2 Runden zurück 3 Boxenstopps
13. Tiago Monteiro Jordan-Toyota 3 Runden zurück 3 Boxenstopps
14. Nick Heidfeld Williams-BMW M 4 Runden zurück 6 Boxenstopps
15. Nahrain Karthikeyan Jordan-Toyota 4 Runden zurück 3 Boxenstopps  

Schnellste Rennrunde: Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes/Michelin), 1:16.423 min, 25. Runde

 

Vorjahresergebnis Qualifying (ohne Strafversetzungen wegen Motorwechsel):

1. Fernando Alonso Renault M 1.14,412 min
2. Jarno Trulli Toyota M 1.14,521 min
3. Kimi Räikkönen* McLaren-Mercedes M 1.14,559 min
4. Michael Schumacher Ferrari 1.14,572 min
5. Takuma Sato BAR-Honda M 1.14,655 min
6. Rubens Barrichello Ferrari 1.14,832 min
7. Giancarlo Fisichella Renault M 1.14,887 min
8. Jenson Button BAR-Honda M 1.15,051 min
9. Juan Pablo Montoya McLaren-Mercedes M 1.15,406 min
10. Felipe Massa Sauber-Petronas M 1.15,566 min
11. Jacques Villeneuve Sauber-Petronas M 1.15,699 min
12. Ralf Schumacher Toyota M 1.15,771 min
13. Mark Webber Williams-BMW M 1.15,885 min
14. Nick Heidfeld Williams-BMW M 1.16,207 min
15. David Coulthard Red Bull-Cosworth M 1.16,434 min
16. Christian Klien Red Bull-Cosworth M 1.16,547 min
17. Narain Karthikeyan Jordan-Toyota 1.17,857 min
18. Patrick Friesacher Minardi-Ford 1.17,960 min
19. Tiago Monteiro Jordan-Toyota 1.18,047 min
20. Christijan Albers Minardi-Ford 1.18,335 min

(M) = Michelin-Partner. * = wegen Motorwechsel um zehn Startplätze zurückgestuft


Tabellenstand nach zehn von 18 Läufen:

Fahrer-Wertung: Punkte              Konstrukturs-Wertung: Punkte

1. Fernando Alonso (M) 88             1. Renault F1 (M) 131
2. Michael Schumacher 69              2. Ferrari 105
3. Giancarlo Fisichella (M) 43          3. McLaren-Mercedes (M) 65
4. Kimi Räikkönen (M) 39                4. Honda (M) 32
5. Felipe Massa 36                         5. BMW Sauber F1 (M) 19
6. Juan Pablo Montoya (M) 26        6. Toyota 16
7. Jenson Button (M) 16                 7. Red Bull-Ferrari (M) 11
8. Rubens Barrichello (M) 16           8. Williams-Cosworth 9
9. Nick Heidfeld (M)
12 9. Toro Rosso-Cosworth (M) 1
10. David Coulthard (M) 10
11. Ralf Schumacher 8
12. Jarno Trulli 8
13. Jacques Villeneuve (M) 7
14. Mark Webber 6
15. Nico Rosberg 4
16. Christian Klien (M) 1
17. Vitantonio Liuzzi (M) 1

(M) = Michelin Partner

 
Diese und weitere Informationen zum gesamten Motorsport-Engagement von Michelin finden Sie auch im Internet unter www.michelin.de


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11.07.2006 / MaP

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