„Eine schwierige Saison" Markus Gedlich

„Eine schwierige Saison" Markus Gedlich

18.11.2008: „Eine schwierige Saison" Markus Gedlich

--- im Interview über seine Motorsportsaison 2008 ... und seine Zukunftspläne.

Der Frankfurter Markus Gedlich wechselte für die Saison 2008 das Fabrikat. Auf Porsche nahm er die Deutschen Langstreckenmeisterschaft (VLN) in Angriff. Sie verlief glücklos, schlug der Defektteufel doch gleich reihenweise zu.

Markus, warum hast Du für 2008 das Fabrikat gewechselt, nachdem Du 15 Jahre lang erfolgreich auf BMW unterwegs warst?

MG: Gerade deswegen. In Fachkreisen gilt die Umsetzung des persönlichen Rennspeeds auf einem Porsche als besonders anspruchsvoll. Ich habe auf BMW viele Siege errungen und bin Meister geworden. Daher wollte ich nun den nächsten Schritt gehen und zeigen, daß ich es auf einem Porsche ebenfalls kann.

...was Dir im Prinzip gelungen ist. Wann immer Du gefahren bist, warst Du ganz vorn dabei. Jedoch hat sich insbesondere der Alzen-Porsche als Ausfallkandidat erwiesen. Woran lag es?

MG: Das kann man nicht an einem bestimmten Punkt festmachen. Jürgen Alzen hat sich mit dem 997 biturbo ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen. So ein Auto zu entwickeln, braucht einfach seine Zeit.

Man sieht das bei anderen Teams auch - man braucht einfach eine oder eineinhalb Saisons, bis so ein neuer Bolide wirklich zuverlässig ist. Das wußte ich jedoch seit Beginn der Saison und bin das Experiment mitgegangen.

Insbesondere beim 24 Stunden Rennen seid Ihr seht gut aufgetreten. Das Auto rollte jedoch nachts aus, als Du am Steuer saßest. Was war passiert?

MG: Es war ein super Rennen, denn das Team war in jeder Hinsicht gut aufgestellt. Zwar war der Turbo noch recht neu, aber Team und Fahrer hochmotiviert. Mit Christian Abt und Christian Menzel kamen zwei tolle Profis mit an Bord. Ich selbst war nachts auf meinem Turn extrem schnell unterwegs, bin unter feuchten Bedingungen die schnellsten Zeiten des gesamten Feldes gefahren.

Ich habe mich super wohl gefühlt, als plötzlich eine Antriebswelle gebrochen war und ich ausrollte. Wir haben das zwar repariert, aber der Defekt trat erneut auf. Die genauen Zusammenhänge und Gründe weiß ich nicht. Wir haben dann nach ca. 11 Stunden aufgegeben. Dennoch muß ich sagen, es war ein fantastisches Rennen. Wir haben lange geführt und niemand hatte vorher geglaubt, daß unser Turbo so lange halten würde.


Trotzdem bist Du ab Saisonmitte auf den Manthey Porsche gewechselt. Aber auch hier mußtest Du gleich einen Ausfall beklagen.

MG: Das war wirklich bitter. Da kannst Du schon echt an Deinem Glück zweifeln. Das ABS war ausgefallen und wir mußten aufgeben. Und das auf dem Manthey-Porsche, der bereits zuvor das 24 Stunden Rennen gewonnen hatte und als bekannt zuverlässig gilt.

Aber so ist das eben im Motorsport - Freud und Leid liegen so dicht beisammen und niemand kann wirklich etwas dafür. Wir lagen auf Podestkurs, mein Kollege Armin Hahne war der Startfahrer, als der Defekt auftrat. Da kannst Du nur dastehen und tatenlos zusehen, wie das Auto an die Box rollt.


Wie kommt man als Fahrer mit solchen Dauerrückschlägen zurecht? Drückt das nicht auf die persönliche Moral?

MG: Nach 15 Jahren Motorsport lernst Du, auch mit solchen Phasen umzugehen. In den schwierigen Zeiten zehrst Du von den guten Zeiten und den Erfolgen der Vergangenheit. Außerdem war ja bei weitem nicht alles negativ.

Wann immer ich im Porsche saß, habe ich Bestleistungen gebracht und gezeigt, daß ich schnell bin. Daß das wahre Ergebnis nicht aufgezeigt werden konnte, war schade. Aber damit mußt Du als Profi klarkommen. Wenn Du daran glaubst, wird es auch wieder bessere Zeiten geben. Man darf eben nie aufgeben.

Wenn Du eine Quintessenz der Saison 2008 ziehen müßtest, wie würde diese lauten?

MG: Saison verkorkst, Ziel dennoch erreicht. So skurril es klingt, aber ich wollte der Szene zeigen, daß ich auch auf einem Porsche schnell bin. Das habe ich erreicht, von daher kann ich mit der Saison leben. Die Rückmeldungen zeigen mir, daß die Entscheidung richtig war.

Neben Deiner Tätigkeit als Rennfahrer betreust Du viele Amateurpiloten und auch Rennteams. Du erteilst Individualcoachings, setzt Dich auf den Beifahrersitz der Kollegen und gibst handfeste Tips, wie man schneller und sicherer fährt. War in dieser Hinsicht die Saison 2008 ein Erfolg?

MG: Unbedingt. Viele meiner Kunden fahren hochwertige Sportwagen. Da erhöht es Deine Glaubwürdigkeit, wenn Du im Rennen zeigst, daß Du ein schnelles Auto bewegen kannst. Ich habe in diesem Jahr so viele Individualkurse erteilt wie nie zuvor. Die Fahrer merken innerhalb kürzester Zeit auf der Uhr, wie sehr sie sich dadurch verbessern, so gesehen ist das Geld viel besser angelegt als in jedes Tuning.

2008 ist vorbei, wir schauen auf 2009. Welche Pläne verfolgst Du für die neue Saison? Sehen wir Dich wieder in der Deutschen Langstreckenmeisterschaft?

MG: Mein langjähriger Partner und Förderer Drexler Motorsport möchte sich neu aufstellen, was seine Aktivitäten als Sponsor angeht. Die internationalen Märkte sind dabei besonders interessant. Drexler-Chef Herbert Drexler hat gemeinsam mit mir beschlossen, für 2009 in die GT-Szene zu wechseln.

Ob dies die deutsche Serie ADAC GT Masters sein wird oder die FIA GT3 Europameisterschaft, steht indes noch nicht fest. Auch die Wahl des Fabrikats ist noch nicht abgeschlossen, die Verhandlungen laufen.

Wie findest Du diese Entscheidung? Kannst Du Dir ein Leben ohne die Nordschleife vorstellen?

MG: Ganz so ist es ja zum Glück nicht. Ein Einsatz im GT schließt ja sporadische Einsätze auf der Langstrecke nicht aus. Auch das 24 Stunden Rennen 2009 ist angepeilt. Mir gefällt der GT Sport sehr gut, außerdem entwickelt sich die Szene derzeit rasant. Es wird fantastischer Sport mit Traumautos um die 500 PS geboten.

Was will man mehr? Klar, die Nordschleife ist die Krone allen Rennsports, aber andererseits freue ich mich auf etwas Abwechslung, was die Strecken angeht.

 Mein Partner Drexler und ich betreiben seit Jahren eine sehr intensive Partnerschaft, bei der wir alle Wege gemeinsam bestreiten. Die Entscheidung haben wir zusammen getroffen und ich freue mich auf einen gemeinschaftlichen Weg.

 

- Gedlich.com Presseservice, Photos: Christian Reinsch-

Permanent-URL: http://www.automobilsport.com/vln-markus-gedlich-motorsportsaison-2008-zukunftsplaene-drexler-motorsport-sponsor---47603.html

18.11.2008 / MaP

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