· Die S-Klasse unter den Museen der Welt"
· Maßgeschneidert für die Tradition der Marke Mercedes-Benz
· 160 Fahrzeuge auf neun Ebenen

Am 19. Mai 2006 wird das neue Mercedes-Benz Museum eröffnet. Der imposante Neubau ist weit mehr als ein Zu-hause für 120 Jahre Automobilgeschichte: Das Mercedes-Benz Museum ist den Kunden, den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit verpflichtet. Denn sie bewegt, was dort ausgestellt ist, im wörtlichen und im übertragenen Sinn.
Das neue Mercedes-Benz Museum entstand wie eine neue Fahrzeug Baureihe. Es wurde zunächst entworfen und konstruiert, im Menschenkopf und mit Computerhilfe. Die Konzeption ließ alle Beteiligten Neuland betreten und prototypische Versuchsbauten entstanden, teilweise sogar im Maßstab 1:1, um die Machbarkeit der Ideen zu erproben. Als nach und nach alles vollendet war, gab es einen intensiven Probelauf, um das Museum als Ganzes auf Herz und Nieren zu prüfen. Nun ist die neue Baureihe" fertig und ihre Einzigartigkeit legt nur einen Vergleich nahe: Das neue Mercedes-Benz Museum ist die S-Klasse unter den Museen der Welt. Es steht für die Marke und ihre We-te. Es trägt sie hinaus in die Welt. Es setzt Maßstäbe. So wie die S-Klasse von Mercedes-Benz.
Symbolhaft macht das neue Museum einen Schritt auf die Menschen zu: War das bisherige Museum noch mitten im Stammwerk Untertürkheim untergebracht, befindet sich das neue Mercedes-Benz Museum nun direkt vor den Werkstoren. Damit ist es sichtbarer, greifbarer, und das Wort sei erlaubt besuchbarer geworden.
Nähe zum Stammwerk Das neue Mercedes-Benz Museum befindet sich direkt neben dem Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim, einer der Wiegen des Automobilbaus. Unweit von hier entwickelten Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach ihren schnelllaufenden Benzinmotor, die Grundlage der individuellen Mobilität. Ab 1903 entstanden hier frühe Mercedes-Fahrzeuge, hier war die Zentrale nach der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. im Jahr 1926 zur Daimler-Benz AG, von hier ging der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg aus hier hat die Marke Mercedes-Benz auch heute ihr Zuhause. Damit reicht das neue Mercedes-Benz Museum allen Mitarbeitern die Hand, die für die Marke tätig waren, sind und sein werden. Es gibt ihnen das Ver-sprechen der Kontinuität. 120 Jahre Automobilgeschichte sind stets auch nach vorn gerichtet. Die Basis dafür ist die beständige Innovationsfreude der Marke Mercedes-Benz, denn Innovationen sind die Meilensteine auf dem Weg in die Zukunft.
Aus diesem Grund präsentiert das Museum nicht nur die Geschichte der Marke Mercedes-Benz, sondern gewährt auch einen aufschlussreichen Blick in die Zukunft. An dieser Aufgabe orientiert sich auch die Architektur, die das UN studio von Ben van Berkel und Caroline Bos entworfen hat. In ihrer dezidierten Modernität scheint diese Architektur aus der Zukunft gekommen zu sein und bewahrt dennoch die Tradition. Sie beinhaltet das Erbgut der Marke das Gebäude ist im Inneren der DNA-Spirale mit ihrer Doppelwendel nachempfunden, die das menschliche Erbgut trägt.
Der Originalität verpflichtet
Das Gebäude ist einzigartig in der Welt. Damit ist es dem Originalitätsgedanken der Marke Mercedes-Benz verpflichtet, immer wieder völlig neue Dinge für die Mobilität der Menschen zu schaffen von der Erfindung des Automobils bis zur zukunftsweisenden Vision des unfallfreien Fahrens.
Ein originaler Entwurf ist auch das Ausstellungskonzept, das vom Architekturbüro HG Merz erarbeitet und umgesetzt wurde. Es gibt zwei Rundgänge. Entlang des ersten Rundgangs sind sieben Mythos-Räume angeordnet, die die Geschichte der Marke erzählen. Der zweite Rundgang umfasst fünf Collectionsräume, in denen die Vielfalt der Anwendungen von Personenwagen bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen präsentiert wird. Ergänzt wird die Ausstellung von der Faszination Technik", die einen Blick in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter ermöglicht und ihn gleichzeitig weiterlenkt in Richtung Zukunft des Automobils. Das detaillierte Bild der Marke Mercedes-Benz setzte sich aus mehr als 1 450 Exponaten zusammen, 160 davon sind Fahrzeuge.
Das Mercedes-Benz Museum selbst hat schon Geschichte geschrieben. Aus den Anfängen einer technischen Sammlung bei Benz und Daimler Ende des 19. Jahrhunderts über das im Jahr 1936 eröffnete erste richtige Museum hin zum Neubau im Jahr 1961 und einer umfassenden Umgestaltung der Ausstellung zum Jubiläum 100 Jahre Automobil" im Jahr 1986: Immer war es ein Spiegel der Marke, in den Kunden, Beschäftigte und die Öffentlichkeit einen tiefen Blick richten konnten. Das neue Museum setzt diese Tradition fort.
Zahlen, Daten, Fakten
Die Entstehungsgeschichte des neuen Mercedes-Benz Museums im Überblick
1999 Beauftragung des Bereichs DaimlerChrysler Communications zur Neukonzeption des Mercedes-Benz Museums
2000 Standortentscheidung für Stuttgart-Untertürkheim
2001 Architekturwettbewerb
Januar 2002 Abschluss des Architekturwettbewerbs, 1. Preis: UN studio van Berkel & Bos, Amsterdam
März 2002 Entscheidung für den Neubau
17. September 2003 Grundsteinlegung
Ab September 2003 Beginn der Bauarbeiten
11. April 2004 Einweihung der Mercedes-Jellinek-Straße
3. März 2005 Richtfest
März 2005 Beginn des Innenausbaus
Oktober 2005 Beginn der Bestückung mit Fahrzeugexponaten, Installieren der weiteren Exponate und Medien
Ende Januar 2006 Abschluss der Exponatsbestückung
Anschließend: Ausleuchten, Installieren der Technik, Ausrichten der Exponate (Dauer 4 - 6 Wochen)
April 2006 Beginn des sechswöchigen Probebetriebs
19. Mai 2006 Feierliche Eröffnung des neuen Mercedes-Benz Museums
Die Eckdaten des neuen Mercedes-Benz Museums
Architekt UN studio van Berkel & Bos, Amsterdam
Museumsgestalter Prof. HG Merz, Stuttgart
Gebäudehöhe 47,5 Meter
Umbauter Raum 210 000 Kubikmeter
Grundfläche 4 800 Quadratmeter
Ebenen 9
Gesamtgewicht 110 000 Tonnen
Zahl der dreieckigen Außenglas-Scheiben, jede ein Unikat 1 800
Im Beton verlegte Elektro- und Datenkabel 630 Kilometer (entspricht der Entfernung Stuttgart Paris)
Im Beton verlegte Heizungsrohre 100 Kilometer
Menge des enthaltenen Heizwassers 33 000 Liter
Anzahl der Leuchten im Gebäude 12 000
Gewicht des Medienrings in Raum Mythos 6 14 Tonnen
Zahl der Pläne während der Rohbauphase 35 000
Zahl neuer Pläne an manchen Tagen 250
Zahl der beschäftigten Firmen und Ingenieurbüros 230
Ausstellungsfläche 16 500 Quadratmeter
Mythosfläche 9 100 Quadratmeter
Collectionsfläche 5 300 Quadratmeter
Faszination Technik 1 300 Quadratmeter
Club 700 Quadratmeter
Gesamtzahl Exponate 1 450
Fahrzeug-Exponate 160
Wasserfahrzeuge 1
Luftfahrzeuge 2
Schienenfahrzeuge 3
Fahrrad 1
Motoren 19
Üblicher Besucherweg durch das Museum ca. 1,5 bis 2 Kilometer
Längster Besucherweg durch das Museum ca. 5 Kilometer
Das Mercedes-Benz Museum: Architektonisches Meisterstück und Bau von höchstem Anspruch
· Interdisziplinäre Zusammenarbeit wie beim Bau eines Automobils
· Elegante Erscheinung und gekonnte Museumsstruktur auf Basis einer
Doppelhelix
· Städtebaulicher Höhepunkt für Stuttgart
· Innovative Präsentation von zwölf Jahrzehnten automobilen Fortschritts
Eng war der Zeitrahmen, hoch gesteckt das Ziel: Für das neue Mercedes-Benz Museum vor den Toren des Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim beschritten außergewöhnliche Planer in interdisziplinärer Zusammenarbeit neue Wege.
Scheinbar mühelos hebt ab dem 19. Mai 2006 der Aufzug den Besucher in die oberste Etage des neuen Mercedes-Benz Museums empor, während auf die gegenüberliegende Wand gleic-falls aufsteigend ein Vorgeschmack auf die Ausstellung projiziert wird. Erfüllt von neuen Eindrücken kehrt der Besucher nach ein-einhalbstündigem Rundgang, der ihn in weiten Bögen durch die bereits 120 Jahre währende Automobilgeschichte führt, wieder an den Ausgangspunkt zurück.
Mehr als 100 000 Tonnen Beton sind im neuen Mercedes-Benz Museum verbaut, das auf 4 800 Quadratmeter Grundfläche eine Höhe von 47,5 Meter erreicht und damit einen umbauten Raum von 210 000 Kubikmeter einschließt.
Kaum ist dem vollendeten Gebäude in seiner Leichtigkeit und Eleganz mehr anzumerken, welche hoch komplexen organisatorischen Abläufe es in nur zweieinhalbjähriger Bauzeit entstehen ließen. Ganz ohne Stützen spannen sich 33 Meter weite Decken, die das Gewicht von zehn Lastwagen zu tragen imstande sind. Alles an dieser Architektur ist im Fluss: Es gibt weder geschlossene Räume noch gerade Wände. Keine der insgesamt 1 800 dreieckigen Scheiben, die einen unvergleichlichen Panorama-blick auf das Neckartal und die Rebhänge der Umgebung freigeben, gleicht der anderen. Nur dank neuester, hochleistungsfähiger Software war es überhaupt möglich, die Form dieser Scheiben zu berechnen.
An der endgültigen Gestalt des Museums haben zwei Büros entscheidenden Anteil: HG Merz entwickelte in enger Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler die Konzeption von der Ausschrei-bung bis hin zur detaillierten Planung der Museumspräsentation. Das UN studio von Ben van Berkel und Caroline Bos gab dem Gebäude seine aufregende Gestalt und seine hoch innovative innere Organisation.
HG Merz: der Mann hinter dem Museum
HG Merz ist Architekt. Seine Arbeit besteht allerdings weniger in der Planung von Neubauten. Sie lebt vielmehr vom Bezug zur Geschichte: Merz Spezialgebiete sind die Museumsplanung und das Bauen im Bestand.
Mit der Marke Mercedes-Benz ist Merz bereits seit 20 Jahren verbunden. Gemeinsam mit den Architekten Knut Lohrer und Dieter Herrmann war er bereits an der Neukonzeption des alten Mercedes-Benz Museums in den Jahren 1985 und 1986 beteiligt. 1990 bis 1992 plante er die Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte in Stuttgart-Bad Cannstatt, 1992 bis 1993 das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach.
Großes Renommee erwarb sich der Architekt 1993 mit dem Umbau der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel im Zentrum Berlins. Seither unterhält Merz auch ein Büro in der Hauptstadt, wo er derzeit an der Renovierung und Erweiterung der Staatsbibliothek Unter den Linden arbeitet. Auf dem Gebiet der Unternehmens- und Technikgeschichte erregte das zwischen 1994 und 1996 von ihm konzipierte Zeppelin-Museum in Friedrichshafen großes Aufsehen.
HG Merz ist nicht nur für die Präsentation der Sammlung und der Unternehmensgeschichte im neuen Mercedes-Benz Museum verantwortlich, auch an der Konzeption hat er von Anfang an mitgearbeitet. In enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber formulierte er die Kriterien für einen Architekturwettbewerb, der, als der Standort entschieden war, im Jahr 2001 durchgeführt wurde.
- DaimlerChrysler -
photos copyright DaimerChrysler
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