
Bei teilweise arktischem Wetter sorgte die Sports Car Challenge für Spannung zum Saisonschluss in Hockenheim.
Schon zum Qualifying zeigte sich: Der Sommer ist jetzt wirklich endgültig vorbei. Bei bitterer Kälte und Regen holte sich Peter Kormann im PRC-BMW die Pole Position, neben ihm Yvan Haberkorn im Norma-Honda. Der Franzose kämpfte ja noch mit einer kleinen Außenseiterchance um den Klassensieg in der Division 1.
Im ersten Rennen des Tages zeigte Haberkorn dann eine phänomenale Vorstellung. Die Bedingungen waren mehr als nur schwierig" bei 2 Grad Asphalttemperatur und Regen brillierte Haberkorn mit einer Solovorstellung. Er mutmaßte später, dass vielleicht seine Vorkenntnisse als Motocrosser ihm geholfen haben könnten; jedenfalls gelang es ihm am besten, sein Auto trotz minimaler Traktion zu bändigen. Er baute rasch einen Vorsprung auf und fuhr den Sieg ungefährdet nach Hause.
Kormann kam als Zweiter ins Ziel und holte sich den Erfolg in der Division 1, dahinter machten Emanuel Pedrazza im 2007er PRC-BMW und Gerd Beisel im PRC-Nissan das Podium in der großen Klasse komplett. Damit tat Beisel einen erneuten Schritt in Richtung Klassensieg. Jean-Louis Herberth im Norma und Karl-Heinz Matzinger sicherten sich die weiteren Podestplätze in der Division 1, damit hielt Matzinger seinen Hauptrivalen um den Gesamtsieg, Gerd Beisel, in Schach.
Für Lauf 2 trocknete der Kurs auf, auch die Temperaturen wurden dankenswerter etwas menschenfreundlicher. Und die Sportwagen-Meute bedankte sich mit einer fulminanten Abschiedsvorstellung von der Sports Car Challenge 2007. Beisel und Haberkorn, die beiden Teamkollegen bei RWT-Racing (!), gerieten nach einem Missverständnis in Runde 3 aneinander, beide konnten weiterfahren.
Beisel bekam es in der Folge aber mit dem hochmotivierten Wolfgang Payr zu tun, der von Startplatz 19 bis an die Spitze stürmte. Letztlich entschied auf der Ziellinie eine knappe Sekunde zugunsten von Beisel, genauso knapp dahinter lag der drittplatzierte Haberkorn. Sabrina Hungerbühler lieferte im Osella von Krisam Motorsport ebenfalls eine starke Vorstellung und nimmt einen Pokal nach Hause in die Schweiz mit.
Dahinter platzierte sich Matzinger und er holt sich damit auch den Gesamtsieg in der Sports Car Challenge 2007. Gerd Beisel muss bzw. darf sich mit dem Klassentitel in der Division 2 zufriedengeben. Martin Brückl holt sich die GT-Klasse; er war nach seinem Überschlag beim Carrera-Cup-Finale diesmal nicht dabei.
Nach einer langen Saison mit 18 Rennen und gottseidank ohne schwere Unfälle geht die SCC damit in die Winterpause; einige SCC-Teams gehen noch im letzten 100-Meilen-Rennen des Jahres auf die Jagd nach dem Sieg.
Die Sports Car Challenge ist eine Meisterschaft für offene Sportprototypen und GT-Fahrzeuge. Gegründet im Jahr 1996 von Walter Pedrazza, fährt die SCC ihre Rennen an acht Wochenenden auf Strecken in Deutschland, Italien, Frankreich und der Tschechischen Republik. Fünf Meetings zählen auch, mit eigener Wertung, zur Internationalen Österreichischen Meisterschaft für Sportprototypen. Verwendet werden Fahrzeuge ähnlich denen in Le Mans, mit einer Leistung von bis zu 600 PS. Damit ist die IÖM die schnellste österreichische Meisterschaft.
- Johannes Gauglica -
Photos: Michael Mosuch, (www.mosuch.de)
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